Darf ich mal vorstellen?
Die da drüben, diese Frau mit den schwarzen Locken, der tollen Figur, den dunklen Augen, dem kleinen runden Ring im linken Ohr, den schönen Händen, den langen Beinen in den Hochwasserjeans, den Wildlederschuhen, dem verwaschenen Pullover, das ist sie.
Meine Frau.
Die Frau meines Lebens. Die Frau, die ich über alles liebe. Die Frau, mit der ich zusammenlebe. Die Frau, die ich morgens nach dem Aufwachen als erstes sehe.
Die Frau, die neben mir liegt, wenn ich nachts aufwache. Die Frau, die ich begehre, wenn ich die Augen schließe.
Die Frau, die ich küsse, wenn sie das Haus verlässt. Die Frau, der ich vom Balkon aus winke, wenn sie zur Arbeit geht.
Die Frau, die mich tröstet, wenn ich traurig bin. Die Frau, die ich in der Mittagspause anrufe. Die Frau, auf die ich abends ungeduldig warte. Die Frau, mit der ich jeden Sonntag die Lindenstraße gucke.
Sie ist die Frau, der ich morgens Kaffee ans Bett bringe. Die Frau, die mir Schnittchen schmiert. Die Frau, für die ich gerne koche. Die Frau, die sich um mich kümmert, wenn ich krank bin. Die mir den Rücken massiert, wenn ich Schmerzen habe.
Die ich zudecke, wenn sie vor dem Fernseher mal wieder eingeschlafen ist. Die mir vom Einkaufen Überraschungseier mitbringt.
Sie ist die Frau, mit der ich seit vielen Jahren mein Leben teile. Und meine Gedanken und Gefühle.
Sie ist die Frau, deren Berührung mich erregt. Die, deren Körper ich Zentimeter für Zentimeter erforscht habe.
Die, mit der ich zusammen lache. Die, die glücklich ist, wenn ich glücklich bin.
Sie ist die Frau, mit der ich meinen Kram zusammengeschmissen habe. Meine Möbel, deine Möbel, mein Geschirr, dein Geschirr, meine Bücher, deine Bücher, all diese Dinge unterscheiden wir nicht mehr.
Wir haben uns zusammengetan, weil wir uns lieben.
Wir haben uns zusammengetan, weil wir einander brauchen.
Wir haben uns zusammengetan, weil wir uns respektieren.
Wir haben uns zusammengetan, weil wir an uns glauben.
Meine Frau, das ist die Frau, auf die ich jahrelang gewartet habe. Sie ist die Frau, von der ich lange träumte. Sie ist die Frau, ohne die ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen kann. Die Frau, die sich ihr Leben ohne mich nicht mehr vorstellen kann.
Wir haben wenig Geld und finanzielle Probleme, was soll’s. Mich plagt so manches Zipperlein, was soll’s. Meine Frau hat einen Chef, der nervt, was soll’s.
Manchmal, da haben wir zu wenig Zeit für uns. Manchmal, da sind wir nicht einer Meinung. Manchmal, da geht mir meine Frau mit ihren Fragen nach meiner Gesundheit auf den Wecker. Manchmal, da nerve ich meine Frau mit meiner Ungeduld.
Unser gemeinsames Leben, das ist wunderschön.
Meine Frau, die ist eine Frau. Ich bin die Frau meiner Frau.
Sie ist eine Frau. Ich bin eine Frau.
Wir sind ein Paar.
© Nele Tabler 1999


