Seit den #idpet Kommentaren kann ich die Worte Toleranz, tolerant, tolerieren nicht mehr hören. Aussagen wie „Selbstverständlich tollleriere ich Schwule … solange sie in ihren vier Wänden bleiben.“ oder „Tollerans nur, wenn unsere Kinder in Ruhe gelassen werden!“ wiederholten sich dort ständig. Sehr auffällig war dabei, wie viele der Kommentator_innen Schwierigkeiten mit der richtigen Schreibweise haben.

Erst zu diesem Zeitungspunkt wurde mir bewusst, dass sowohl ich als auch mein näheres Umfeld nur selten von Toleranz sprechen und wenn doch, ist es meist ironisch gemeint. „Wir sind ja soooo tolerant“, bedeutet in der Regel: „Wenn wir könnten, wie wir wollten … würden wir x abschaffen, y verbieten und z in die Mülltonne treten.“ Doch gesellschaftliche Normen, Gesetze oder beispielsweise auch verwandtschaftliche Beziehungen zwingen uns, xyz zähneknirschend hinzunehmen, uns damit zu arrangieren.

...weiterlesen "Toll(l)erante Firlefanzwoche bei der ARD"

Das Medienmagazin Zapp griff gestern das Thema „schwule Fußballer“ auf. Gefühlt war es wohl die 9999. Berichterstattung, die ich in den letzten drei, vier Jahren dazu gesehen, gelesen, gehört habe. Outing ja, nein, vielleicht, auf keinen Fall, aber doch … Immer wieder gut, wenn Redaktionen sonst nichts einfällt.

...weiterlesen "Weder eine Lesbe noch ein Homosexueller. Weder ein Dackel noch ein Hund."

Wenn die Eingetragene Lebenspartnerschaft Homoehe genannt wird, kann ich damit leben. Der Begriff ist zwar grottenfalsch, wie Helga Hansen mal gut erklärt hat, aber ein allgemein verständliches Hilfskonstrukt. Gerade auf Twitter, wo mensch nur 140 Zeichen zur Verfügung hat, oder in Überschriften macht er sich einfach besser als das lange Eingetragene Lebenspartnerschaft.

...weiterlesen "Familienstand: Spaltpilz"

Man nehme einen Journalisten, einen ehemaligen Bürgermeister (beide vermutlich hetero), einen schwulen MdB von der CDU, einen schwulen Volkswirt und eine weithin als homophob bekannte CDU Politikerin und diskutiere mit Günter Jauch als Moderator über „Kinder, Steuer, Ehe – gleiches Recht für Homosexuelle?“.

So erfüllt die ARD ihren Bildungsauftrag, für den sie uns GEZ Gebühren abknöpft.

...weiterlesen "Eine frauenfeindliche Sendung über lesbische Unsichtbarkeit"

Über den Tatort »Ein neues Leben«, der am 28. Oktober in der ARD lief, ist bereits viel geschrieben worden. Auf Watch-Salon fasst Christine Olderdissen in sechs Punkten wirklich wunderbar alles zusammen, was es darüber zu sagen gibt:

1. Mädchen, die im Erziehungsheim waren, werden lesbisch
2. Lesben mit schwieriger Jugend werden kriminell
3. Kriminelle Lesben sind brutal, eiskalt, manipulativ und zu allem fähig
4. Bei einem Lesbenpaar ist eine dominant, die andere labil und eigentlich hetero
5. Hat eine Lesbe Sex mit einem Mann, bringt ihre Freundin den Liebhaber um
6. Fazit: Die pathologische Killerlesbe verdient den Tod als Befreiungsschlag ihrer hörigen Geliebten

...weiterlesen "Pfui Deibel, ARD!"

Eigentlich wollte ich ja nur das Interview mit Antje Ravic Strubel sehen, doch leider musste ich vorher miterleben, wie Denis Schreck die meisten Bücher der aktuellen Bestsellerliste niedermachte.  Sieben der Titel kannte ich bis dahin nicht, schon weil sich mein Interesse an Liebes- und anderen Problemen von Heteras (Kerstin Gier, Dora Heldt, Cecilia Ahern) in Grenzen hält.

...weiterlesen "Lieber einen Franz Eberhofer als einen Denis Schreck"

»Wie sieht eine Lesbe aus?« habe ich vor gut einem Jahrzehnt gefragt und u.a. geschrieben: »Sie haben was gegen Technik. Sie haben keinen CD-Player und keinen Wäschetrockner. Ihr Fernseher ist kaum größer als ein Dessertteller, ihr Auto uralt und das Geschirr spülen sie von Hand.«

...weiterlesen "Die Konsumterrorist_innen von Radio Eriwan aka ARD"