Eine ungemein wichtige Botschaft für den Rest der Welt von der dpa-Tochter news aktuell: Bloggen ist eine rein männliche Angelegenheit! Muss wohl irgendwas mit den Genen oder den Hormonen zu tun haben. Ich bin wirklich froh, dass ich das endlich weiß und mich jetzt in aller Ruhe dem Frühjahrsputz widmen kann.

...weiterlesen "Bloggen ist männlich, das liegt an Genen!"

Letzten Donnerstag, den 11. Oktober, tauchte in meiner Twitter-Timeline zum ersten Mal die Sendung neoparadise auf. Zunächst habe ich diese Diskussion nur am Rande verfolgt, erst als die Tweets häufiger wurden und neoparadise schließlich zum alles beherrschenden Thema geworden war, habe ich am Wochenende einige Blogbeiträge dazu gelesen, z. B. roche&böhmermann? oder Übergriffigkeit als boys fun beim ZDF oder Übergriffe bei ZDFneo oder Medien:// ZDF mit dem Zweiten grapscht man besser … und hier handelt es sich nur um eine kleine Auswahl. Entsprechende weitere Verlinkungen gibt es auf den jeweiligen Blogs.

...weiterlesen "Ein Lehrstück in Sachen Blogosphäre"

Feministische und/oder lesbische Bloggerinnen sind ja daran gewöhnt, Mails der übelsten Sorte von Idioten zu erhalten. Darüber habe nicht nur ich schon mehrmals geschrieben und gesprochen, auch andere Frauen berichten ab und zu von solchen Nachrichten. Den meisten von ihnen geht es ähnlich wie mir: Wir sind an diese Scheiße bereits derart gewöhnt, dass wir auf fünf, sechs, sieben Mails gar nicht mehr reagieren, sondern sie achselzuckend und beinah schon automatisch einfach löschen.

...weiterlesen "Keine Angst, Ihr feministischen/lesbischen Bloggerinnen, das ist nur geschmacklose Prosa!"

Am 18. 12. 2011 war Razan Ghazzawi frei gelassen worden, heute hat man sie erneut verhaftet.

Letztes Frühjahr legte sich ein bärtiger Idiot die Identität einer syrischen Lesbe zu und bloggte als »A Gay Girl in Damascus« über die Zustände in Syrien und über lesbisches Liebesleben. Erst als er seine Figur verhaften ließ und die Internetgemeinde weltweit ihre Freilassung forderte, flog der Schwindel auf.

...weiterlesen "Update: Solidarität mit Razan Ghazzawi"

Seit Herbst 2008 weigern Sie sich stur, eine Kündigung des Vertrags 1949xxxx zur Kenntnis zu nehmen. Alle sechs Monate buchen Sie unberechtigt Beträge von unserem Konto ab und machen es ansonsten beinah wie die drei Affen: nix hören, nix sehen – sagen tun Sie schon was, allerdings nie etwas zum eigentlichen Thema, sondern zu den Hühneraugen der Oma vom Schornsteinfeger.

...weiterlesen "Brief an 1und1"

In unserem Impressum steht: „Wir warnen alle Spinner, potenziellen Stalker und Sittenstrolche davor, diese Adresse für ihre Hobbys zu nutzen! Bei Missbrauch erstatten wir Anzeige und unsere Hunde freuen sich auch immer auf Frischfleisch!“

Laut unserer Webstatistik wurde allein im vergangenen Jahre das Impressum 1961 x angeklickt. Und seit Anfang dieses Jahres haben sich bereits 382 Leutchen dafür interessiert. Ich habe keine Ahnung, wie Ihr Euch im Internet verhaltet, doch ich denke mal, die Wenigsten von Euch werden sich ohne einen besonderen Anlass das Impressum einer Webseite ansehen. Da stellt sich natürlich die Frage, wie kommen solchen Zahlen zustande?

Die Impressumspflicht bei Webseiten ist seit Langem immer wieder Thema in verschiedenen Foren, Blogs etc. Häufig geht es darum, wann gilt sie? Wer muss seinen Namen, seine Adresse, seine Telefonnummer veröffentlichen? Viele sind der Ansicht, wenn sie keine Waren oder Dienstleistungen anbieten, seien sie dazu nicht verpflichtet … sie glauben das, bis sie einem Abmahnungsabzocker in die Hände fallen und plötzlich Anwaltsgebühren im vierstelligen Bereich fällig werden.

Juristische Spitzfindigkeiten interessieren mich wenig. Es ist mir vollkommen egal, was sich Politik_innen dabei einmal gedacht haben mögen, als sie dieses Gesetz beschlossen, und welchem Zweck es eigentlich dienen sollte. Denn die Realität sieht so aus:

Eine Frau, die im Internet einen Text veröffentlichen will, darf dies nur machen, wenn sie gleichzeitig bereit ist, allen anderen Internetuser_innen ihre Adresse und Telefonnummer (Handy gilt nicht!) zugänglich zu machen. Macht sie das nicht, droht die Abmahnung. Macht sie es, droht der Stalker. Es bleibt ihr nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Oder Lepra: Nichts mehr schreiben.

In einem Forum zum Thema Impressum schrieb ein Herr: „Wer sich gegen die Impressumspflicht wehrt, führt etwas im Schilde, plant, andere Menschen zu betrügen. Denn wer nichts zu verbergen hat, macht aus seiner Adresse doch kein Geheimnis.“

Tja, da bleibt mir als Antwort nur: „Wer auf der Impressumspflicht besteht, ist ein möglicher Stalker, er plant, eine Frau zu belästigen. Wer kein potenzieller Sexualstraftäter ist, interessiert sich auch nicht für die Adressen und Telefonnummern fremder Frauen!“

Seit Jahren schreibe ich immer wieder eine Mail an Datenschutzbeauftragte, Politiker_innen etc., wie ich gerade lustig bin und es sich ergibt:

Sehr geehrten Damen und Herren,

ich habe eine Frage zum Impressum im Internet bzw. Whois und hoffe, dass ich bei Ihnen richtig bin.
Ich bin Schriftstellerin, schreibe hauptsächlich für lesbische Frauen und betreibe eine Webseite. Um potenzielle Leserinnen zu erreichen, ist für mich die Präsenz im Internet wichtig.
Was ich allerdings nicht verstehe: Meine Telefonnummer konnte ich für die normale Auskunft sperren lassen. Auf und wegen meiner Webseite muss ich allerdings nicht nur die Telefonnummer, sondern auch noch gleich meine Adresse für jeden Spinner, Stalker und Sexualstraftäter öffentlich machen.

Könnten Sie mir das erklären?
Danke im Voraus für Ihre Antwort

Vielleicht haben ja einige von Euch ebenfalls Lust, deswegen nachzufragen. Schreibt Mails!!

Nachtrag

Neben Pest, Cholera und Lepra hatte ich eine vierte Wahlmöglichkeit ganz übersehen: Ebola. Netterweise hat mich ein junger (?) Mann darauf aufmerksam gemacht. Er schrieb, wer so dumm sei wie ich und eine Webseite innerhalb des deutschen Rechtsgebiets betreiben wolle, dürfe sich nicht über die derzeitige Art der Impressumspflicht beschweren.

Also Möglichkeit 4, Ebola: Wir verlegen unsere Blogs etc. auf Server ins Ausland, ganz wie es die Nazis tun. Wir sparen uns auf diese Weise das Impressum, können allerdings dann auch keine Anzeige erstatten, wenn z. B. unsere Webseiten gehackt oder mit „Blödsinn“ vollgemüllt werden – und müssen immer damit rechnen, dass unsere Texte eines Tages spurlos verschwunden sind und wir niemand dafür in Regress nehmen können.

Ich muss sagen, lieber junger Mann, Ebola gefällt mir ebenso wenig wie Pest, Cholera oder Lepra.