Auf stern.de wurde gestern Nachmittag bereits die Eheöffnung im September gefeiert. Der Herbst werde zur neuen Hochzeitssaison für Lesben, Schwule und Bisexuelle hieß es. Dabei konnte sich zu diesem Zeitpunkt Angela Merkel noch gar nicht eine "freie Abstimmung" vorstellen. Das passierte erst ein paar Stunden später.

...weiterlesen "Neongelbe Zebrastreifen oder Eheöffnung?"

Gestern gab es im Stuttgarter Landtag eine Kasperletheatervorstellung vom Feinsten: Die SPD Fraktion stellte den Antrag, die Ehe auch für homosexuelle Paare zu öffnen. Es handelte sich um einen rein symbolischen Akt ohne irgendwelche Konsequenzen. Genauso gut hätte man darüber abstimmen können, ob Nacktschnecken einen großen Bogen um unser Dorf machen sollen oder Angela Merkel karierte Blazer besser stehen als Gestreifte.

Also stellt sich die Frage, was hat sich die Partei bei dieser Zeit- und Energieverschwendung gedacht?

...weiterlesen "SPD Kasperletheater im Stuttgarter Landtag"

Neulich wurde eine Bekannte vom Personalchef eines mittelständischen Unternehmens beim Bewerbungsgespräch gefragt, warum sie denn ihren Freund nicht heiraten würde? Wenn er ihr schon so wichtig sei, dass sie ihn in ihrem Lebenslauf erwähne. Ähnlich verständnislos reagierte vor ein paar Jahren ein Sachbearbeiter des BAföG-Amts, der zu einem meiner Kinder sagte: „Warum schreibt Ihre Mutter, sie lebe in einer Partnerschaft? Das interessiert doch nicht.“ Und unvergessen bleibt die Frau vom Einwohnermeldeamt, die nach unserem Umzug in den Odenwald die Liebste und mich wegen desselben Nachnamens erst für Schwestern und dann für Mutter und Tochter hielt.

...weiterlesen "Wieder einmal: Eingetragene Lebenspartnerschaft. Heute: Zwangsouting."

Heute ist mal wieder so ein Tag, der mich hier im Odenwald das Fürchten lehrt. Während „unser“ CDU Landtagsabgeordneter Peter Hauk, auch als Freund der #idpet Anhänger_innen bekannt, im SWR über eine mögliche Koalition mit der AfD nach der nächsten Landtagswahl schwadroniert, stimmt die hiesige Bundestagsabgeordnete der SPD, Dr. Dorothee Schlegel, gemeinsam mit den meisten Kolleg_innen ihrer Fraktion gegen die Gleichstellung verpartnerter Paare (= für die Diskriminierung von Homosexuellen).

Nicht zum ersten Male frage mich, unter welcher Politik es mir schlechter geht: Diskriminierung wegen eines Bauchgefühls (Angela Merkel) oder Diskriminierung aus reinen Machterhaltungsgründen?

Am Dienstagabend heißt das Thema bei Sandra Maischberger „Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die moralische Umerziehung?“ Unbeeindruckt vom Waldschlösschen Appell verneigt sich die Moderatorin schon im Sendetitel vor bekennenden Homohasser_innen und bietet Birgit KnöpfdieBlusezu Kelle und dem zehnfache Vater Hartmut Steeb, der glücklich darüber ist, dass all seine Kinder heterosexuell sind, eine Bühne.

...weiterlesen "Maischberger mit Homohasser_innen und ihrem Smarties-Kumpel Jens Spahn"

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts schien die steuerliche Gleichstellung von verpartnerten lesbischen und schwulen Paaren kein Thema mehr zu sein. Natürlich würde es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis man die Software und Formulare den neuen Verhältnissen angepasst haben würde, aber sonst war jetzt doch wenigstens in steuerlicher Hinsicht alles Friede, Freude, Eierkuchen …

… Pustekuchen …

 

… Während wir uns zunächst mit der Bundestagswahl beschäftigten und danach über mögliche Koalitionen diskutierten, nutzte man im Bundesfinanzministerium die Zeit, um der steuerlichen Gleichstellung noch im Nachhinein einen kräftigen Arschtritt zu verpassen. Gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts konnte zwar nichts mehr unternommen werden, aber die fleißige Suche brachte ein paar Schluplöcher zutage. Steuersplittung ja, aber:

… nach einem sogenannten Anwendungserlass des Bundesfinanzministeriums, der Anfang Oktober an die Bundesländer verschickt wurde und ab sofort gültig ist, gelten verpartnerte Lesben und Schwule im steuerrechtlichen Sinne weiterhin nicht als ‚Angehörige‘. Sie werden damit schlechter behandelt als etwa ein heterosexueller Verlobter oder gar die Schwester eines Ehemanns.

Darüber hinaus sollen verpartnerte Lesben und Schwule – anders als Ehepaare – weiterhin keinen gemeinsamen Steuerbescheid erhalten. Bei den Pflichten hatte Schäuble dagegen keine Probleme mit der Gleichstellung: So können nun auch eingetragene Lebenspartner bei groben steuerrechtlichen Verstößen des anderen Partners in Haftung genommen werden.“

Die Liebste, mit der ich seit beinah 20 Jahren zusammenlebe und seit August 2001 „verpartnert“ bin, ist mir nach Schäubles Ansicht also ebenso fremd wie ein Mensch, der sich zufällig im Bus neben mich setzt. Da wir keine Angehörigen füreinander sind, stehen uns finanzamtstechnisch Verwandte, die wir vielleicht seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen haben, näher als wir uns als Paar.

Zynischer hätte Schäuble gar nicht ausdrücken können, wie sehr er Lesben und Schwule (und höchstwahrscheinlich auch alle anderen mit einer nicht-heterosexuellen Identität, denen er aber zurzeit nichts direkt antun kann) verachtet. Wie den meisten verpartnerten Paaren ging es auch der Liebsten und mir weniger um die finanziellen Vorteile der steuerlichen Gleichstellung, sondern um die Anerkennung unserer Lebensform. Ein negatives Urteil des Bundesverfassungsgerichts hätte mich geärgert, dieser Erlass aber trifft mich im Innersten – was wohl auch beabsichtigt war.

...weiterlesen "Drei Wünsche für Schäuble Co: Cholera, Pest und Typhus"

Der Herr Schäuble sagt: „Ihr kriegt das Stück vom Kuchen, das Euch das Bundesverfassungsgericht zugesprochen hat. Ich gebe Euch freiwillig sogar noch einen Klecks Sahne dazu und stelle Euch zum Beispiel bei der steuerlichen Förderung der Riester-Rente den heterosexuellen Ehepaaren gleich. Aber vor dem Servieren wird der Teller in die Jauchegrube getunkt!“

Und als der Herr Gabriel nach der völligen Gleichstellung homosexueller Paare gefragt wird, faselt er was vom Bundesverfassungsgericht und scheint den Teller, auf dem Kuchen mit Sahne in Jauchebrühe schwimmt, ganz in Ordnung zu finden. Hauptsache, die Koalitionsverhandlungen werden nicht gestört.

Die AOK Baden-Württemberg hat ihr Leistungsangebot bei künstlichen Befruchtungen verbessert. Sie beteiligt sich mehr an den Kosten und die bisherige Altersgrenze von 40 Jahren wird ab 1. Juli aufgehoben. Außerdem:

erfolgt eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher weiblicher Lebenspartnerschaften nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz. Die Neuerungen gelten, wenn beide Partner bei der AOK Baden-Württemberg versichert sind und berechtigte Erfolgsaussichten durch die Behandlung bestehen.

...weiterlesen "Ich habe es satt, Eingetragene Lebenspartnerin genannt zu werden"

Die „Homoehe“ präsentiert Begriffe aus Überschriften in deutschen Medien während der letzten drei Monate. Keiner davon stammt aus der Zeitung mit den Vier Buchstaben oder ähnlicher Formate!

Spaltpilz, Zankapfel, Krawall, Hassobjekt, Aufruhr, Riesenstreit, Zoff

...weiterlesen "Begrifflichkeiten der gewalttätigen Art"