Neulich flatterte mal wieder die Renteninformation ins Haus. Sie wird einmal im Jahr ungebeten zugestellt, wahrscheinlich, weil man Frauen wie mich daran erinnern will, dass unsere bisher erworbenen Rentenansprüche dereinst weder zum Leben noch zum Sterben reichen werden. Manchmal habe ich den Verdacht, beim Versand dieser Post schwingt unterschwellig die Hoffnung mit, vielleicht nehmen sie sich ja einen Strick, bevor sie gaga werden und der Allgemeinheit zur Last fallen.

Viele Jahre lang haben bei mir die Schreiben auch beinah ihr Ziel erreicht. Ein ums andere Mal überkam mich ein fürchterlich schlechtes Gewissen, weil mein bisheriges Berufsleben so chaotisch war und ist und meine Rentenanwartschaftszeiten voller Lücken sind. Das änderte sich erst, nachdem ich die Renteninformation der Liebsten zu Gesicht bekommen hatte. Im Gegensatz zu mir kann sie seit ihrem 18. Lebensjahr einen beinah lückenlosen Verlauf aufweisen. Trotzdem wird ihre Rente voraussichtlich kaum den Betrag der Grundsicherung übersteigen, denn in den ersten zwanzig Jahren verdiente sie gerade genug, um nicht zu verhungern oder zu erfrieren. Aus familiären Gründen örtlich fest (an)gebunden, musste sie ein Gehalt akzeptieren, das nach dem System „Egal, welche Qualifikation, Männer als momentane oder zukünftige Versorger einer Familie brauchen wesentlich mehr Geld als Frauen“ gezahlt wurde.

...weiterlesen "Lieber Pferdelasagne als Hunde- oder Katzenfutter?"

Nun sollen also die Sprossen schuld sein. Überraschen würde mich das nicht, denn im Gegensatz zu den Gurken, Tomaten und all dem anderen Gemüse, das in den letzten Wochen kurzzeitig »verdächtig« erschien, wäre es nicht das erste Mal, dass Sprossen eine EHEC Epidemie auslösen.

Natürlich erscheint dann auch einleuchtender, weshalb Frauen wesentlich mehr als Männer von dieser Krankheit betroffen sind. Auf ihrem Speiseplan kommen Sprossen einfach häufiger vor, z. B. weil sie oft »auf Diät« sind und Sprossen kaum Kalorien haben.

...weiterlesen "Ausrottung der Frauen durch Killerbakterien?"

Das Kind war ein paar Wochen alt, als mich eine Bekannte besuchte. Na ja, eigentlich wollte sie das Baby in Augenschein nehmen und nahm mich dabei nur gezwungenermaßen in Kauf. Kopfschüttelnd betrachtete sie das Glas mit dem Fencheltee, ein teures Produkt aus dem Haus eines bekannten Herstellers von Babynahrung. „Weißt du eigentlich, dass dieser Tee aus 93 % Zucker besteht?“ fragte sie mich.

Nein, das hatte ich bis dahin nicht gewusst und deshalb bekam ich nun von der Chemikerin meine erste Unterrichtsstunde in „Wie entziffere ich Inhaltsstoffe?“

...weiterlesen "Fencheltee, Eier, Salat, Erdbeerjoghurt"

Wieder einmal ist ein Wochenende rum und wieder einmal stelle ich erschrocken fest, dass die Liebste und ich kaum mehr als drei vernünftige Sätze miteinander gewechselt haben. Wir leben nun schon so lange zusammen, da ist nicht ganz einfach, immer ein Gesprächsthema zu finden. Wir wissen längst, wo wir einer Meinung sind und wo wir unterschiedliche Ansichten haben. Auch ohne weitere Erklärungen weiß ich, welches Buch ihr gefallen und über welche Stellen sie lachen wird. Sie kann bereits im Voraus sagen, welchen Film ich am Abend im Fernsehen sehen will. Und warum ich jenen glatzköpfigen Schauspieler nicht leiden kann, haben wir auch bereits vor Jahren geklärt. Natürlich, über den Alltag gibt es stets mehr als genug zu reden: Wann wird der Glasmüll abgeholt, hast du die Haftpflichtversicherung überwiesen, wo ist eigentlich das Nasenspray?

...weiterlesen "Das große Schweigen und Fressen"

»Heute ist Weltverbrauchertag!« jubelt der nervig muntere Moderator bereits morgens um fünf im Radio und teilt gleich mal mit, dass die Kalbsleberwurst so ziemlich alles enthält außer Kalbsleber. Das sei keineswegs Betrug, sondern fürsorglich in den Richtlinien für die Wursterzeugung unter Paragraf xyz fest geschrieben, da deutsche Zungen den Geschmack der Kalbsleber an sich nicht ertragen könnten. Glücklichweise essen weder ich noch die Liebste Kalbsleberwurst.

...weiterlesen "Guten Appetit"