Heute ist mal wieder so ein Tag, der mich hier im Odenwald das Fürchten lehrt. Während „unser“ CDU Landtagsabgeordneter Peter Hauk, auch als Freund der #idpet Anhänger_innen bekannt, im SWR über eine mögliche Koalition mit der AfD nach der nächsten Landtagswahl schwadroniert, stimmt die hiesige Bundestagsabgeordnete der SPD, Dr. Dorothee Schlegel, gemeinsam mit den meisten Kolleg_innen ihrer Fraktion gegen die Gleichstellung verpartnerter Paare (= für die Diskriminierung von Homosexuellen).

Nicht zum ersten Male frage mich, unter welcher Politik es mir schlechter geht: Diskriminierung wegen eines Bauchgefühls (Angela Merkel) oder Diskriminierung aus reinen Machterhaltungsgründen?

„Deshalb fordern wir: Schluss mit den halben Sachen! Jetzt geht es ums Ganze. Die Landesregierung will das Kommunalwahlrecht ändern. Bitte schön – aber dann auch im Sinne der Frauen! Unterstützen Sie unsere Forderung, die paritätische Besetzung der KandidatInnenlisten im Kommunalwahlgesetz festzuschreiben“,

hieß es bei der Aktion „Halbe Kraft reicht nicht!“

...weiterlesen "Kommunalwahlen 2014 Baden-Württemberg: Zur Wahl stehen Mann, Männer und noch mehr Testosteron."

In der leicht irren Hoffnung, vielleicht doch noch ausschlaggebende Argumente für eine Wahlentscheidung zu finden, habe ich mich in den letzten Tagen durch die verschiedenen Wahlprogramme gearbeitet.

Sehen, hören und beißen zu können, gehört für mich zu den Menschenrechten. Ich halte es für einen Skandal sondergleichen, dass in einem reichen Land wie unserem Brillen, Hörgeräte und Gebisse zum reinen Privatvergnügen geworden sind. Unvergessen die arrogante Empfehlung der ehemaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Wenn Sie kein Geld für eine Brille haben, nehmen Sie einen Kredit auf!“

...weiterlesen "Warum ich am 22. grün wählen werde"

Solange ich mich noch beinah ausschließlich durch Printmedien über regionale Ereignisse informiert habe, war mir die männliche Dominanz in unserem Kreis durch Statistiken zwar theoretisch bewusst, doch im Alltag habe ich nur wenig darüber nachgedacht und das Problem meist verdrängt.

...weiterlesen "Eine Landschaft im Testosteronnebel, Teil 2"

Vier Wochen sind seit Neunundsiebzigs Schlaganfall inzwischen vergangen und heute habe ich zum ersten Mal eine schriftliche Diagnose gesehen. Gleich als Erstes sticht mir der Begriff »adipositas per magna« ins Auge. Wie bitte? Zur Sicherheit sehe ich noch mal bei Wikipedia nach: Adipositas permagna oder morbide Adipositas, BMI  ≥ 40 … Übersetzt soll das wahrscheinlich heißen: Dicker geht’s nicht, Patientin steht bereits mit eineinhalb Beinen im Grab.

...weiterlesen "Die Würde des Menschen ist unantastbar"

Telefonanrufe sonntags morgens um halb sieben bedeuten in der Regel nichts Gutes. Neunundsiebzig war in der Nacht ins Krankenhaus gekommen, es besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall. Verschlafen, panisch und ungläubig zugleich höre ich zu, was der Bruder erzählt. Um 22 Uhr am Abend zuvor war der Notarzt das erste Mal bei ihr gewesen und hatte sie als verwirrt, aber körperlich gesund bezeichnet. Als er um 3 Uhr erneut gerufen wurde, erfolgte die Krankenhauseinweisung. Nicht etwa, weil er die Situation inzwischen anders einschätzte, sondern weil ihm von Einundachtzig nachdrücklich erklärt wurde, irgendwas stimme nicht. Wahrscheinlich befürchtete er, sonst in dieser Nacht noch ein drittes Mal gerufen zu werden.

...weiterlesen "Schlaganfall? 1"

Das Gespräch mit der zuständigen Ärztin war ganz gut gelaufen, wenigstens dachte ich das. Sie hatte Einundachtzigs Fragen ausführlich beantwortet und schien wirklich begriffen zu haben, dass Neunundsiebzigs momentane Verwirrung und der starre Blick nicht ihr Normalzustand sind. Doch keine fünf Minuten später wird klar, dass sie uns entweder nicht zugehört oder nichts verstanden hatte.

...weiterlesen "Schlaganfall? Schlaganfall! 2"

Vor Kurzem hat sich im Hauptort unserer Gemeinde eine Bürgerinitiative namens Gegenwind gegründet, die einen Windpark auf ihrer Gemarkung verhindern will. Überraschend kam das nicht, was ein Teil der Politik und die großen Stromversorger unter Energiewende verstehen, fordert Protest geradezu heraus. Eine Mogelpackung, die für die Bevölkerung die Abschaltung der AKWs so teuer, kompliziert und ungerecht wie nur irgendwie möglich machen soll. Deshalb hatte diese neue BI auch zunächst meine volle Sympathie, schließlich bin sogar ich, die Windkraftbefürworterin, gegen die Aufstellung von zu vielen und zu hohen Windrädern zu nahe an Wohngebieten.

...weiterlesen "Unser Strom kommt aus der Steckdose"

»Finden die Ortsverbandssitzungen neuerdings auf der Männer-Toilette statt?« fragt eine Gegnerin der geforderten Quote bei künftigen Kommunalwahlen in Baden-Württemberg und meint, dann müsse aber auch »Jeder dritte Platz an die Transsexuellen« gehen. Eine ganze Reihe von Journalist_innen und Jurist_innen empört sich ebenfalls über diese Initiative. Meist auf ähnlichem Niveau und mit der Argumentation: Wenn die Frauen an der Kommunalpolitik teilhaben wollten, könnten sie ja. Aber diese Baden-Württembergerinnen wollen ja gar nicht, sie sind halt mal unpolitischer und desinteressierter als die Frauen im Rest der Bundesrepublik.

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