„Deshalb fordern wir: Schluss mit den halben Sachen! Jetzt geht es ums Ganze. Die Landesregierung will das Kommunalwahlrecht ändern. Bitte schön – aber dann auch im Sinne der Frauen! Unterstützen Sie unsere Forderung, die paritätische Besetzung der KandidatInnenlisten im Kommunalwahlgesetz festzuschreiben“,

hieß es bei der Aktion „Halbe Kraft reicht nicht!“

...weiterlesen "Kommunalwahlen 2014 Baden-Württemberg: Zur Wahl stehen Mann, Männer und noch mehr Testosteron."

Alle, die gern Frauen* und Männer bei Events zählen, sind herzlich eingeladen, die Ergebnisse per Mail an 50prozent at riseup dot net zu schicken. Gern mit: Titel, URL, Angaben zu den Veranstaltenden (samt Kontakt, falls vorhanden), Datum, Ort, Thema und ob die Zählerin bzw. der Zähler als solche genannt werden dürfen.

Es kann auch per Twitter gezählt werden: einfach die Gesamtzahl der Redner/Rednerinnen, Zahl der Frauen, URL und den Hashtag #50prozent in einen Tweet.

...weiterlesen "50 Prozent"

Solange ich mich noch beinah ausschließlich durch Printmedien über regionale Ereignisse informiert habe, war mir die männliche Dominanz in unserem Kreis durch Statistiken zwar theoretisch bewusst, doch im Alltag habe ich nur wenig darüber nachgedacht und das Problem meist verdrängt.

...weiterlesen "Eine Landschaft im Testosteronnebel, Teil 2"

»Baden-Württemberg liegt im Bundesvergleich mit seinem Frauenanteil in den Gemeinderäten, Kreisräten und im Landtag an letzter Stelle und das liegt NICHT an den Frauen in Baden-Württemberg!«, schreibt die grüne Landtagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel auf Facebook und spricht ein Thema an, das mich auch schon lange umtreibt.

...weiterlesen "Baden-Württemberg: Mehr Frauen in die Kommunalparlamente!"

Krank – die Liebste hat ihre Viren oder Bakterien oder auch beides großzügig an mich abgegeben – und außerdem intensiv beschäftigt mit einem neuen Buch, das im Frühjahrerscheinen soll, habe ich die momentane Debatte über die Frauenquote nur am Rand registriert und bin deshalb auch nicht auf dem aktuellsten Stand, welche und wer nun was wieder einmal dazu gesagt haben.

...weiterlesen "Quotendiskussion, die 999."

»Dein Spitzel Horst«, schrieb mir neulich eine Frau amüsiert und setzte auch gleich einen smilie dahinter.

Ich wusste erst gar nicht, wen sie meinte. Etwa den Cousin meiner Mutter namens Horst, der kürzlich siebzig geworden ist? Oder einen meiner ehemaligen Schulkameraden? Mehr Männer dieses Namens kenne ich nämlich nicht. Aber woher sollte diese Frau wissen, dass ich überhaupt einen Horst kenne?
Dann ging mir ein Licht auf. Nicht Horst, HOST war gemeint und bezog sich auf das unsägliche Theater mit Napoleon, dem Erbfolgekrieg und dem Gästebuch.

 

Seit gestern kenne ich noch einen weiteren Horst, und die meisten von Euch werden ihn auch erst gestern kennengelernt haben. Host Köhler heißt der Mann. Ein Name, den wir uns merken sollten, weil wir ihn in den nächsten Jahren voraussichtlich noch sehr oft hören werden. Denn der Mann soll nach dem Willen von Angela, Edmund, Guido und ihrer Truppen unser nächster Bundespräsident werden.

Fieserweise gehe ich davon aus, dass diese Truppen ebenso wie ich und Ihr von Horst Köhler auch gestern zum ersten Mal gehört haben. Was sie allerdings nicht davon abhalten wird, ihn am 23. Mai, unserem Verfassungstag, zum Bundespräsidenten zu küren.

Bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit und sie können sich darüber informieren, wen sie nun da wählen sollen. Denn wenn sie sich nicht informieren, wählen sie aus Versehen vielleicht noch den falschen Horst Köhler. Der nächste Horst, den ich ebenfalls gestern in einer Fernsehsendung kennengelernt habe.

Kennen gelernt als Horst Köhler, unter einem anderen Namen kannte ich ihn schon länger: Guildo Horn, jener schmuddlige Langhaarige, der mit dem einfallsreichen Lied »Piep, piep, ich habe euch alle lieb!« einst Deutschland beim Grand Prix de la Chanson Eurovision vertrat und sich angeblich am liebsten von den selbst gebackenen Nussecken seiner Mama ernährt. Er heißt mit bürgerlichen Namen ebenfalls Horst Köhler und ist bereit, wie er im Fernsehen verkündete, das Amt des Bundespräsidenten zu übernehmen.

Die Voraussetzungen dazu bringt er mit. Er ist über vierzig Jahre alt und das passive Wahlrecht wurde ihm trotz seines Grand Prix Auftritts bisher nicht entzogen. Auch die dritte Voraussetzung, die gesetzlich nirgends festgeschrieben ist, erfüllt er: Er ist männlichen Geschlechts.

Alle fünf Jahre wieder gibt es bei uns die Neuinszenierung des Trauerspiels »Wer wird nächster Bundespräsident?«

Das Lager, das keinerlei Erfolgsaussichten hat, fordert im Vorfeld die Wahl einer Präsidentin. Eine Frau in diesem Amt sei nun mehr als überfällig, lässt es Land auf, Land ab verkünden.

Das Lager, das gerade die Mehrheit in der Bundesversammlung besitzt, spielt auch erst einmal mit dem Gedanken an eine Frau und wirft diverse Namen in den Ring. Um sich dann in letzter Sekunde doch wieder für einen Mann zu entscheiden.

Vor fünf Jahren schickten die »Bürgerlichen« Frau Professor Dagmar Schimpanski als Überraschungskandidatin ins Rennen und die anderen Johannes Rau, was keine Überraschung war.

Kaum war der Name Horst Köhler an die Öffentlichkeit gedrungen, gab unser aller Gerhard, jener mit der Ehefrau Köpf den Schröder, flugs den Namen seiner Favoritin bekannt: Frau Professor ???? habe ich vergessen. Muss ich mir auch nicht merken, denn sie wird sowieso nicht gewählt werden.

Auch Frau Professor ??? habe ich vergessen erfüllt die Voraussetzungen, die an sie gestellt werden. Sie ist über vierzig Jahre alt und besitzt das passive Wahlrecht. Und sie ist weiblichen Geschlechts! Unabdingbar für eine Kandidatin ohne Erfolgsaussichten.

Ich frage mich nur eins, wieso gibt es immer wieder Frauen, die sich für dieses Affentheater zur Verfügung stellen?

»Na, nun sagen Sie mal, wie finden Sie mich? Jetzt, so wie ich vor Ihnen stehe? - Was mache ich für einen Eindruck auf Sie? Woran denken Sie, wenn Sie mich sehen? Klar, ich weiß, ich hätte eine Diät dringend nötig. Zum Friseur müsste ich auch mal wieder gehen, die Dauerwelle ist schon etwas aus der Form geraten. Meine Kleidung ist doch in Ordnung, oder nicht? Sauber und gepflegt, und nicht aus der Mode. Ich finde, meine Klamotten stehen mir ganz gut. Ach herrje, die Schuhe sind nicht richtig geputzt, an dem rechten Absatz hängt noch etwas Erde. Warten Sie, ich mache das schnell weg. Das ist wohl noch von dem Spaziergang heute Morgen. Ich schminke mich ja immer recht dezent, der Lidschatten soll zu meinen Augen und der Brille passen. Gefallen Ihnen meine Ohrringe? Die habe ich letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ich wirke doch ganz bestimmt wie eine normale nette Frau.«

...weiterlesen "Wie die Frauenquote Wirklichkeit wird"