Mobbing

Eigentlich hatte ich ja gedacht, das Thema Mobbing sei bestens erforscht, schließlich ist dieser bis vor ein paar Jahren noch unbekannte Begriff mittlerweile den meisten Menschen geläufig. Doch als ich anfing, gezielt nach Mobbing bei Frauen in sogenannten typischen Männerberufen zu suchen, wurde ich nicht fündig.

So führen z. B. fast alle Links, die in den Suchmaschinen angezeigt werden, am Ende immer wieder zu einer einzigen schwedischen Studie. Dort war festgestellt worden, dass Männer in Frauenberufen, Frauen in Männerberufen, Behinderte, Lesben und Schwule, kurzum alle, die an der jeweiligen Stelle »irgendwie aus dem Rahmen fallen«, häufiger als andere Menschen gemobbt werden.

Telefonate mit verschiedenen Beratungsstellen in ganz Deutschland bestätigten meinen Eindruck. Immer wieder wurde gesagt, die Probleme von Frauen in Männerberufen seien zwar bekannt, aber spezielle Hilfsangebote gäbe es nicht. Allerdings auch nicht für Männer in Frauenberufen.

Allzu häufig habe man mit solchen Fällen auch nicht zu tun, meinte eine Frau von einer Gewerkschaft. Erfahrungsgemäß stiegen Männer über kurz oder lang in Führungspositionen auf und würden so zu Vorgesetzten der Mitarbeiterinnen, die vorher versucht hatten, sie zu mobben. Frauen hingegen ergriffen irgendwann die Flucht, wechselten die Firma oder gleich die ganze Branche.

Ein Psychologe erklärte mir, Frauen mit einem typischen Männerberuf sollten sich nur in großen Firmen oder Behörden bewerben. Dort bestünden einfach bessere Chancen, dass im Falle eines Falles auch eingriffen werde. Seit den Selbstmorden mehrerer Polizistinnen existiere z. B. in Bayern bei der Polizei ein besonderes Programm zur Sensibilisierung von Vorgesetzten.

Allerdings habe ich auch hierzu nichts Näheres finden können und selbst die sozialen Netzwerke, die sich doch sonst immer als sehr hilfreich erweisen, versagten diesmal kläglich. Außer dem Hinweis auf eine geschlossene Gruppe von Ingenieurinnen bei Xing, die angeblich u.a. auch über Mobbingerfahrungen sprechen, kam nichts Neues zutage.

Deshalb nun mein Versuch hier auf dem Blog: Frauen in Männerberufen und ganz besonders Lesben in Männerberufen – habt Ihr Erfahrung mit Mobbing? Wenn ja, welche? Und wie habt Ihr darauf reagiert?

Öffentlicher Gesundheitsdienst Baden-Württemberg: Mobbing am Arbeitsplatz

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15 Antworten auf Mobbing

  1. Susanne Butz sagt:

    Da es deine Frage nicht wirklich beantwortet, sondern eher abschweift, mich aber trotzdem beschäftigt und ich mich frage, ob es die gleichen Hintergründe hat, nur eine kurze Antwort:
    blödes Geschwätz, blöde Reaktionen von Männern, mich nicht ernst nehmen, ja. Als Freiberuflerin bin ich aber schneller wieder draußen als in einer Festanstellung. Aber was mich wesentlich mehr schockiert hat: ich habe auf einmal (als Externe in der Webentwicklung) Zickenkrieg von Frauen erlebt, was ich zuvor (als Sozialpädagogin, also im klassisch weiblichen Bereich) nie erlebt und vorher als Mär abgetan hatte.

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    • GwenDragon sagt:

      @Susanne Butz
      Ach ja, die männlich orientierte IT-Branche und Frauen. Inkompetente Männer wollen mehr können, weil sie mehr Gehalt bekommen oder nur mehr IT-Blah drauf haben.
      Seit 25 Jahren so. Hilft nur eine dickes Fell und wenn die Herren zu dumm kommen, eine Falle stellen, dumm tun und dann ganz böse eine schwierige Fachfrage stellen, dann deren Gesicht sehen bei Unwissen. Die bleiben dann auch still. Manche respektieren dann eine.
      Die haben Angst um ihr Revier. Ärgerliches Mackergetue.

      Zickenkrieg? Du meinst Machtgerangel auf hinterrücks udn Mobbing? Waren die Damen auch Webentwicklerinnen oder was? Aber erzähl mir nich, das Sozpädinnen oder andere aus dem sozialen Bereich harmlosen Umgang miteinander haben. Die mobben auch übelst.

      Freiberuflerin ist schon praktisch, die eigene Herrscherin über sich zu sein.

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    • Nele sagt:

      Aber gerade im Gesundheits- und Sozialwesen gibt es angeblich das größte Mobbingrisiko
      http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Mobbing.shtml

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      • GwenDragon sagt:

        Aber gerade im Gesundheits- und Sozialwesen gibt es angeblich das größte Mobbingrisiko
        Ja, Aufoperungsberufe, weil man da “mit Menschen zu tun hat”. Da wird zu viel gemenschelt und die eigene Befindlichkeit der Sache und dem Klienten geopfert. Wehe, du forderst was für dich. Meine Frau könnte da Horrorgeschichten erzählen.

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  2. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » “Mit Feminismus erwachsen werden” – die Blogschau

  3. Angelika sagt:

    »irgendwie aus dem Rahmen fallen«
    hallo Nele, dann gehöre ich zu “den frauen” die bereits gemobbt wurden, als es diesen begriff in dld. noch garnicht gab und ich konnte dieses verhalten deshalb z.b. auch nicht “einsortieren”, warum “es” geschah. r
    ückblickend weiss ich es und konnte es analysieren.
    da ich naturbedingt schon mal optisch “aus dem rahmen falle” werde ich im sinne der definition von mobbing gemobbt seit meiner kindheit, und ja, sowohl von männern als auch von frauen.
    es ging weiter im studium (baubereich) und dauert bis heute an, sowohl beruflich als auch privat.
    und ja, ich kann bestätigen, dass ich nicht wüsste, an wen ich mich in dld. z.b. wenden könnte, weder damals noch jetzt im jahre 2010, trotz internet.

    von daher ist “sich gegen mobbing wehren” m.E.n. fast aussichtslos/systemimmanent.
    und von wg. “lesbe” : es kann sein, dass andere mich dahin “sortieren” wollen.
    ich lebe frei nach dem motto “I define my sex, gender & body. You define yours.”

    m.E. sind männer in sog. frauenberufen ja doch eher/nach wie vor “exoten” (kindergärtner ?). wenige männer wählen solch einen beruf (werden ja wohl in dld. “jobs” genannt), da diese ja u.a. erwiesenermassen geringer bezahlt/entlohnt werden.

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  4. Die Pumpgun sagt:

    Ich bin eine Frau in einem sogenannten “Männerberuf”.
    Bisher habe ich innerhalb meines Berufes meist gute Erfahrung gemacht.
    Bei Problemen würde ich mich wohl an die Betriebsrat wenden.

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    • GwenDragon sagt:

      Immer diese Studien. Sorry. Statistisches Zeug.
      Und dann vom DGB und Kirchlichen Dienst. Hah, ich könnte so manchem DGB-Betriebsrat in den Allerwertesten treten, Kirchen als Arbeitgeber sind die besten Mobber mit ihren Spezialrichtlinien und eigenen Arbeitsgesetzen.

      Männer mobben auch die Kollegin. Und Männer mobben auch Kollegen. Ich kenne das aus IT und Kreativberufen.

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  5. Franka sagt:

    Mobbing ist ein ernstes Thema. Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich als kompetente Frau in meiner Branche Anfeindungen ausgesetzt war. Mein Tipp lautet: professionelle Hilfe zu suchen!

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