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»Bitte lassen Sie mich zu Rachel gehen«, fleht Hannah zum wiederholten Male und die Pflegerin antwortet: »Sie wissen doch, dass Rachels Familie keinen Kontakt wünscht.«

»Ich bin ihre Familie!« Aber niemand interessiert das. Alle im Pflegeheim haben sowieso wesentlich mehr Ahnung als Hannah selbst, was gut für alte Menschen ist. Ungeniert wird ihre Post gelesen und über ihren Stuhlgang gewacht.

...weiterlesen "Hannah Free"

Weihnachten 1995 verbrachte ich in einer Klinik am Chiemsee. Es war keine Frage, dass die Liebste mich über die Feiertage besuchen würde und wir hatten schon Wochen zuvor ein Zimmer in einer Pension gebucht. Die Deutsche Bahn schien allerdings entschlossen, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Fahrpläne rund um die Festtage erwiesen sich mit der Zeitplanung der Liebsten und den Ansprüchen ihres Arbeitgebers als kaum kompatibel. Letztendlich traf sie morgens um drei Uhr ein und verbrachte die nächsten vier Stunden auf einem eiskalten Bahnhof, bis die Pension endlich ihre Tür öffnete.

...weiterlesen "Raritätenkabinett: zwei gläserne Lesben"

leider hat es in der letzten Zeit mit den regelmäßigen Updates nicht geklappt. Wir waren einfach viel zu sehr mit anderem beschäftigt, u.a. mit der leidigen Frage der Briefmarken. Vielen Dank für Eure zahlreiche Anteilnahme und Vorschläge, von denen wir auch einen demnächst in die Tat umsetzen und unsere Briefmarken selbst drucken werden.

...weiterlesen "Herzlichen Glückwunsch"

Wie immer bin ich zu spät dran. »Hast meinen rechten Schuh gesehen?« frage ich hektisch die Liebste, während ich auf einem Bein durch die Wohnung hüpfe. Sie hat ihn nicht gesehen, hilft mir aber beim Suchen und findet ihn oben auf dem Regal wieder.

In unserer Wohnung wohnen außer der Liebsten und mir auch die Oma und Ida, unsere Hündin. Oma hat noch zwei Untermieter in ihrem Zimmer, Lora und Hansi. Vielleicht sind es ja auch zwei Untermieterinnen, da sind wir uns nicht ganz sicher. Dreck und Krach machen sie so oder so. Das sind die sechs sichtbaren Lebewesen.

...weiterlesen "Kasimir, der Unsichtbare"

Wieder einmal ist ein Wochenende rum und wieder einmal stelle ich erschrocken fest, dass die Liebste und ich kaum mehr als drei vernünftige Sätze miteinander gewechselt haben. Wir leben nun schon so lange zusammen, da ist nicht ganz einfach, immer ein Gesprächsthema zu finden. Wir wissen längst, wo wir einer Meinung sind und wo wir unterschiedliche Ansichten haben. Auch ohne weitere Erklärungen weiß ich, welches Buch ihr gefallen und über welche Stellen sie lachen wird. Sie kann bereits im Voraus sagen, welchen Film ich am Abend im Fernsehen sehen will. Und warum ich jenen glatzköpfigen Schauspieler nicht leiden kann, haben wir auch bereits vor Jahren geklärt. Natürlich, über den Alltag gibt es stets mehr als genug zu reden: Wann wird der Glasmüll abgeholt, hast du die Haftpflichtversicherung überwiesen, wo ist eigentlich das Nasenspray?

...weiterlesen "Das große Schweigen und Fressen"

"Dieses Zimmer platzt aus allen Nähten, bald wird es einfach explodieren", stöhnt die Liebste und schiebt mit dem Fuß alles so weit wie möglich beiseite, damit sie die Tür wieder schließen kann. Wie wir sie allerdings das nächste Mal öffnen sollen, ist eine schwierige Frage.

...weiterlesen "Frust weg mit Dart"

Eines der Hobbys, denen die Liebste und ich mit Begeisterung frönen, ist das Schlafen vor laufenden Fernseher. Nach vielen unbequemen Nächten auf Couch und Sesseln war es nur konsequent, die Glotze ins Schlafzimmer zu stellen. So lag ich letzten Mittwoch dann auch sehr bequem, als ich kurz nach 23 Uhr wieder aufwachte und aus dem Mund von Günther Jauch die schreckliche Neuigkeit erfuhr: Barbie und Ken lassen sich scheiden!

...weiterlesen "Barbie und Ken trennen sich!!"