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Nach dem letzten Urteil des Bundesverfassungsgerichts (Familienzuschlag für verpartnerte Beamt_innen) haben sich nun 13 Bundestagsabgeordnete der CDU getraut, die steuerliche Gleichstellung für Eingetragene Lebenspartnerschaften zu fordern. Juhu. Na endlich bewegt sich auch in der CDU etwas. Volker Beck »wünscht der wilden 13 viel Glück bei ihrem Vorhaben« und auf vielen Blogs von Lesben und Schwulen freut man sich über diese Initiative.

 

Vor ein paar Tagen noch wäre ich von dieser Forderung vielleicht ebenfalls positiv überrascht gewesen. Schließlich bin ich seit elf Jahren daran gewöhnt, dass es in Sachen Eingetragener Lebenspartnerschaft nur Schrittchen für Schrittchen und Urteil für Urteil vorangeht. Wenn man nicht an dem Schneckentempo verzweifeln will, muss wirklich jeder noch so kleinen Veränderung laut Beifall geklatscht werden. Optimistisch sein, das Beste aus der Situation machen und immer wieder mal daran denken, wie schlimm die Situation noch vor dreißig Jahren gewesen war. Im Vergleich dazu geht es uns inzwischen doch prima, oder? Es ist schon komisch, was man sich so alles einreden kann, obwohl man eigentlich gar nicht daran glaubt.

Elf Jahre sind eine ziemlich lange Zeit. Seit unserer Verpartnerung im August 2001 ist ziemlich viel passiert. Der 11. September, Deutschland bekam eine Bundeskanzlerin, ein Grüner wurde Ministerpräsident. Wir sind umgezogen, in unserem Umfeld starben Menschen und Babys kamen zur Welt. Die Farbe und Länge meiner Haare hat sich mehrmals verändert, die Liebste braucht inzwischen eine Brille …

… nur unsere Eingetragene Lebenspartnerschaft ist immer noch nicht einer heterosexuellen Ehe gleichgestellt. An unserer rechtlichen Situation hat sich nichts geändert. Dass Lesben und Schwule sich inzwischen auch in Baden-Württemberg auf den Standesämtern verpartnern dürfen, kam für uns zu spät, und da wir nicht verbeamtet sind, haben wir auch nichts von dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Es war Joni.T auf L-talk, die mich mit ihrem Artikel daran erinnert hat, wie die hässliche Realität aussieht. Abrupt bin ich aus meiner schön geredeten Welt erwacht. Ja, wirklich schön geredet, trotz allem, was ich hier immer wieder über Diskriminierung und Homophobie geschrieben habe.

Und ich muss noch hinzufügen: In meiner Personenstandsurkunde steht wortwörtlich:
“Auflösung der Lebenspartnerschaft durch Tod der 1. Lebenspartnerin”.
Zum einen werden Lebenspartnerinnen und Lebenspartner einfach durchnummeriert (wir hatten die Wahl, welche welche Nummer erhält) und zum anderen: Hätte “Lebenspartnerin 1 verstorben” nicht vollkommen ausgereicht???

Bei verwitweten Lesben und Schwulen werden die toten Partner_innen zu Ordnungszahlen. Man nimmt ihnen ihre Identität. Homosexuelle und Promiskuität gehören zusammen, also am besten durchnummerieren? Welches Gehirn hat sich das ausgedacht? Es ist verletzend, demütigend und menschenverachtend.

Nein, ich bin nicht begeistert, dass endlich nun auch CDU Mitglieder eine Anpassung an das Steuerrecht fordern. Ich habe Schnauze gestrichen voll. Elf Jahre sind genug. Schluss mit dem Konstrukt der Eingetragenen Lebenspartnerschaft! Eheöffnung für Lesben und Schwule. Sofort.

Das Ritual am Morgen: Mit einer Tasse Kaffee und einer Zigarette an den PC setzen und die Mails durchgehen, die in der Nacht eingetrudelt sind. Fast immer stoße ich dabei auf einen Link, der mir die Laune vermiest. Vorausgesetzt ich klicke ihn tatsächlich an, manchmal reicht schon die Überschrift, um zu ahnen: »Darüber will ich heute gar nichts wissen!« Doch den Kopf in den Sand zu stecken, hilft meistens nicht. Im Laufe des Tages finde ich auf Twitter oder Facebook garantiert ebenfalls Hinweise auf den verschmähten Artikel und irgendwann gewinnt meine Neugier.

...weiterlesen "Der große Unterschied zwischen Lesben und Heten"

Letzte Woche bekannte sich Obama überraschend klar zur Homoehe. Wenigstens zogen die Medien dieses Fazit und machten daraus ihre Schlagzeilen. Mir persönlich war ein anderer Eindruck wichtiger: Eigentlich hatte er »nur« über die Selbstverständlichkeit gesprochen, dass Homosexuelle keine Menschen zweiter Klasse sind und die gleichen Rechte wie allen anderen auch haben (sollten).

...weiterlesen "Merkel: Break the silence"

Es ist neun Jahre her, seit die Gründung einer – offiziellen Lebenspartnerschaft für Lesben und Schwulen in Deutschland möglich ist. Und wie ich hier schon mehrmals erwähnt habe, gehörten die Liebste und ich mit zu den ersten Paaren, die damals das neue Gesetz in Anspruch genommen haben. Seitdem lautet unser Familienstand »verpartnert« und wird im Amtsdeutsch mit dem Kürzel »LP« ausgedrückt.

Die ersten drei Jahre nach unserer Verpartnerung waren wir geduldig gewesen und haben Fragen wie: »Was ist denn das?« – »Was sind Sie?« freundlich lächelnd beantwortet. Dass auf diversen Formularen unser Status nicht auftauchte, störte uns lange nicht. Es wäre Geldverschwendung gewesen, Berge von Papier einfach zu wegzuwerfen, nur weil es in diesem Staat plötzlich neben ledig, verheiratet, geschieden, verwitwet noch einen weiteren Familienstand gab.

...weiterlesen "Amtliche Lebenspartnerschaft alias Homoehe"

»Homoehe in Pfarrhäusern?« Darüber wird im November auf der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern diskutiert werden.

In der evangelischen Landeskirche Baden scheinen die Verhältnisse bereits klar zu sein. Die lesbische Pfarrerin Christa Wolf betreut derzeit auf Sizilien eine evangelische Gemeinde. Ihre Lebenspartnerin hat dort die Rolle einer »klassischen Pfarrfrau« übernommen.

Doch was in Italien funktioniert, wird nach ihrer Rückkehr nach Deutschland nicht mehr erlaubt sein.

...weiterlesen "Homoehe in Pfarrhäusern?"

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