Springe zum Inhalt

Mit Diskriminierung ist kein Staat zu machen!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, sehr geehrter Herr Parteivorsitzender Gabriel, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Seehofer,

sorgen Sie bei den laufenden Koalitionsverhandlungen dafür, dass Deutschland endlich einen Schlussstrich unter die rechtliche Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Identität zieht!

...weiterlesen "Aufruf zu den Koalitionsverhandlungen an die Parteivorsitzenden Merkel, Gabriel und Seehofer"

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts schien die steuerliche Gleichstellung von verpartnerten lesbischen und schwulen Paaren kein Thema mehr zu sein. Natürlich würde es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis man die Software und Formulare den neuen Verhältnissen angepasst haben würde, aber sonst war jetzt doch wenigstens in steuerlicher Hinsicht alles Friede, Freude, Eierkuchen …

… Pustekuchen …

 

… Während wir uns zunächst mit der Bundestagswahl beschäftigten und danach über mögliche Koalitionen diskutierten, nutzte man im Bundesfinanzministerium die Zeit, um der steuerlichen Gleichstellung noch im Nachhinein einen kräftigen Arschtritt zu verpassen. Gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts konnte zwar nichts mehr unternommen werden, aber die fleißige Suche brachte ein paar Schluplöcher zutage. Steuersplittung ja, aber:

… nach einem sogenannten Anwendungserlass des Bundesfinanzministeriums, der Anfang Oktober an die Bundesländer verschickt wurde und ab sofort gültig ist, gelten verpartnerte Lesben und Schwule im steuerrechtlichen Sinne weiterhin nicht als ‚Angehörige‘. Sie werden damit schlechter behandelt als etwa ein heterosexueller Verlobter oder gar die Schwester eines Ehemanns.

Darüber hinaus sollen verpartnerte Lesben und Schwule – anders als Ehepaare – weiterhin keinen gemeinsamen Steuerbescheid erhalten. Bei den Pflichten hatte Schäuble dagegen keine Probleme mit der Gleichstellung: So können nun auch eingetragene Lebenspartner bei groben steuerrechtlichen Verstößen des anderen Partners in Haftung genommen werden.“

Die Liebste, mit der ich seit beinah 20 Jahren zusammenlebe und seit August 2001 „verpartnert“ bin, ist mir nach Schäubles Ansicht also ebenso fremd wie ein Mensch, der sich zufällig im Bus neben mich setzt. Da wir keine Angehörigen füreinander sind, stehen uns finanzamtstechnisch Verwandte, die wir vielleicht seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen haben, näher als wir uns als Paar.

Zynischer hätte Schäuble gar nicht ausdrücken können, wie sehr er Lesben und Schwule (und höchstwahrscheinlich auch alle anderen mit einer nicht-heterosexuellen Identität, denen er aber zurzeit nichts direkt antun kann) verachtet. Wie den meisten verpartnerten Paaren ging es auch der Liebsten und mir weniger um die finanziellen Vorteile der steuerlichen Gleichstellung, sondern um die Anerkennung unserer Lebensform. Ein negatives Urteil des Bundesverfassungsgerichts hätte mich geärgert, dieser Erlass aber trifft mich im Innersten – was wohl auch beabsichtigt war.

...weiterlesen "Drei Wünsche für Schäuble Co: Cholera, Pest und Typhus"

Der Herr Schäuble sagt: „Ihr kriegt das Stück vom Kuchen, das Euch das Bundesverfassungsgericht zugesprochen hat. Ich gebe Euch freiwillig sogar noch einen Klecks Sahne dazu und stelle Euch zum Beispiel bei der steuerlichen Förderung der Riester-Rente den heterosexuellen Ehepaaren gleich. Aber vor dem Servieren wird der Teller in die Jauchegrube getunkt!“

Und als der Herr Gabriel nach der völligen Gleichstellung homosexueller Paare gefragt wird, faselt er was vom Bundesverfassungsgericht und scheint den Teller, auf dem Kuchen mit Sahne in Jauchebrühe schwimmt, ganz in Ordnung zu finden. Hauptsache, die Koalitionsverhandlungen werden nicht gestört.

Die AOK Baden-Württemberg hat ihr Leistungsangebot bei künstlichen Befruchtungen verbessert. Sie beteiligt sich mehr an den Kosten und die bisherige Altersgrenze von 40 Jahren wird ab 1. Juli aufgehoben. Außerdem:

erfolgt eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher weiblicher Lebenspartnerschaften nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz. Die Neuerungen gelten, wenn beide Partner bei der AOK Baden-Württemberg versichert sind und berechtigte Erfolgsaussichten durch die Behandlung bestehen.

...weiterlesen "Ich habe es satt, Eingetragene Lebenspartnerin genannt zu werden"

Die „Homoehe“ präsentiert Begriffe aus Überschriften in deutschen Medien während der letzten drei Monate. Keiner davon stammt aus der Zeitung mit den Vier Buchstaben oder ähnlicher Formate!

Spaltpilz, Zankapfel, Krawall, Hassobjekt, Aufruhr, Riesenstreit, Zoff

...weiterlesen "Begrifflichkeiten der gewalttätigen Art"

Wenn die Eingetragene Lebenspartnerschaft Homoehe genannt wird, kann ich damit leben. Der Begriff ist zwar grottenfalsch, wie Helga Hansen mal gut erklärt hat, aber ein allgemein verständliches Hilfskonstrukt. Gerade auf Twitter, wo mensch nur 140 Zeichen zur Verfügung hat, oder in Überschriften macht er sich einfach besser als das lange Eingetragene Lebenspartnerschaft.

...weiterlesen "Familienstand: Spaltpilz"

Auf der Seite kreuz.dingenskirchen ist mal wieder das passiert, was dort bereits seit Jahren üblich ist: Eine Hasstirade wurde veröffentlicht, dieses Mal in Form eines besonders widerlichen »Nachrufs« auf Dirk Bach. Und weil es sich bei ihm um einen Promi handelte, der auch bei Heteros große Beliebtheit genoss – ja, wie ich auf Twitter lesen konnte, hatten so manche noch nicht einmal gewusst, dass er nicht nur Moderator des Dschungelcamps, sondern auch LGBTI-Aktivist gewesen war –, wird kreuz.dingenskirchen nun eine Aufmerksamkeit zuteil wie noch nie zuvor.

...weiterlesen "Biedermänner, Biederfrauen und die Hasstiraden von kreuz.dingenskirchen"

Also nee, ich fass es nicht. Da rege ich mich seit mehr als einem Jahr über homophobes Gelabere eines Politikers auf und dann stellt sich heraus, es war ja ganz anders gemeint gewesen! Himmel noch mal, diese umsonst verärgerten Nervenzellen will ich aber ersetzt haben! Ich brauche sie dringend für andere Gelegenheiten.

Gestern hat mich eine liebe Leserin auf einen Artikel bei SpOn hingewiesen. »Mach was draus!«, schrieb sie und neugierig klickte ich den Link an. Ein Kreuzfahrtschiff namens Daphne wird zurzeit in Kreta festgehalten, weil die Reederei bei irgendwem Schulden haben soll. Die Passagiere wurden inzwischen mit einem Sonderflugzeug nach Deutschland zurückgebracht und weitere geplante Fahrten des Schiffs erst einmal abgesagt.

...weiterlesen "Eine Seefahrt mit der SPD, die ist lustig, hol-la-hi, hol-la-h"

Täuscht mich mein Gefühl oder ist den letzten Wochen tatsächlich häufiger über die Angleichung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft an die Heteroehe diskutiert worden als in den letzten fünf Jahren zusammen? Teilweise mag das ja mit dem Sommerloch zusammenhängen, teilweise ist es wohl ein letztes Aufbäumen der rechts-konservativen-fundamentalistischen Gesinnungsgenoss_innen, die befürchten, dieses Thema werde demnächst im Eurokrisenchaos endgültig untergehen. Wenn Deutsche gefragt werden sollten, was sie mehr beschäftigt, eine wacklige Währung, steigende Preise sowie eine mögliche Wirtschaftsflaute oder die Eheöffnung für Lesben und Schwule, wird ihnen die Entscheidung kaum schwerfallen. Schließlich gilt noch immer: »Erst kommt das Fressen, dann die Moral«.

...weiterlesen "… der den Bestand der Deutschen mit einem Verein namens Lebensborn retten wollte …"

Auf der Karnele werden Cookies gesetzt, z.B. von Anbietern verschiedener Wordpress Plugins und IONOS, dem Webhoster. Wenn Du hier weiterliest, akzeptierst Du deren Verwendung.