Sexistische Bahlsen Kekse zum Kotzen

Frauen verstehen nichts vom Internet, Blogs von Frauen beschäftigen sich mit Stricken … diese Weisheiten werden gerne noch getoppt von: Mütter verstehen nichts von Computern und sind darüber hinaus noch so unglaublich doof, dass sie glauben, sie hätten das Internet gelöscht.

Ich bin zwar schon in dem Alter, in dem wir Frauen angeblich nicht mehr in Kekse beißen können, sondern sie in Kaffee einweichen müssen, und das hier beworbene PICK UP ist wirklich eine Zumutung für die dritten Zähne, viel zu hart.

Aber mithilfe einer Lupe kann ich immer noch den Webauftritt der Firma Bahlsen aus Hannover betrachten und mir mit zitternder Hand notieren, welche Produkte von ihr noch hergestellt werden – für den Fall, dass mein Sohn mal vorbeikommt und mich in den nächsten Supermarkt fährt. Und außerdem habe ich mal nach …… gegoogelt. Mal sehen, was mir noch so einfällt.

12 thoughts on “Sexistische Bahlsen Kekse zum Kotzen

  1. Der Typ da sagt:
    “Seitdem MEINE (<—–!!11!!!) Mutter einen Computer hat…"

    Du machst daraus:
    "Frauen verstehen nichts vom Internet, Blogs von Frauen beschäftigen sich mit Stricken"
    "Mütter verstehen nichts von Computern und sind darüber hinaus noch so unglaublich doof, dass sie glauben, sie hätten das Internet gelöscht."
    Sag mal, geht´s dir gut? Glaubst du, das das Feminismus ist? Frauen werden in 100 Jahren noch schlechter bezahlt und gestellt sein, wenn so jemand wie du NUR BRÜLLT!

    Ich bin übrigens eine Frau und sehe da in diesen 20 Sekunden (!!) nichts als Werbung für einen Keks. Sexismus? Habe gerade keine Lupe zur Hand… Aber lass mich diese 20 Sekunden mal genauer interpretieren:
    Es geht um einen Keks, der verkauft wird als kleine Zwischenmahlzeit. Dieser Spot ist Teil einer Werbekampagne, einer Reihe http://bit.ly/wZrHQH. Der junge Mann soll vermitteln, dass er genervt ist (seine Mutter braucht Hilfe, ruft ihn dauernd an) und eine Pause braucht. Diese nimmt er sich und geniesst diesen Keks. Er lächelt. Werbesspot over.

    Alles klar? Ich weiss, mein Komentar klingt nicht gerade freundlich, aber wer brüllt und im Namen anderer, Frauen und Mütter, spricht, komplett falsches verbreitet, muss sich nicht wundern.

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  2. Ne, das ist nicht sexistisch, sondern Realität. Der typische Mann in dem Alter ist dagegen meistens zu Stolz, irgendjemanden um Rat zu fragen, ansonsten aber genauso blöd.

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  3. Ich glaube, ich schreibe Bahlsen mal son Emäil und beschwer mich. Aber natürlich erst, nachdem ich einen Mann gefunden habe, der mir erklärt wie das geht.

    Danke für diesen Beitrag. Ich rege mich jedesmal auf, wenn ich diese Scheißwerbung sehe.

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  4. Ich verstehe warum du dich aufregst, Nele, aber hier hätte man genauso gut den Vater, Oma, Opa, Onkel Tante, einsetzten könnte. Das einzige was hier diskrimiert wird, ist das Alter. Hier geht der Witz nicht auf Kosten der Frau, sondern der scheinbar älteren Dame (da Mutter von einem Mittzwanziger). Was es nicht besser macht, aber auch nicht die Aufregung und Boykottierung nach sich ziehen sollte, die bei dir ansteht.

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    1. Milenskaya: scheinbar älteren Dame (da Mutter von einem Mittzwanziger)

      Als langjährige Leserin von Neles Kolumnen (und nebenbei auch von ihren Büchern) weiß ich, wie alt sie ist und dass ihre Kinder ungefähr im gleichen Alter wie dieser Schauspieler sein müssen.
      Nele oder z.b. Angela Merkel oder Claudia Roth oder Annette Schavan (alle ungefähr eine Altersklasse) als ältere Damen zu bezeichnen, halte ich für eine Frechheit. Das ist vielleicht ein Begriff für die 90jährige Hildegard Hamm-Brücher. Oder würde vielleicht jemand Christian Wulf (ebenfalls Neles Altersklasse) als älteren Herrn bezeichnen?

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  5. Find ich auch nicht zum aufregen. Ist wohl in der Konstellation häufiger, aber ich hab mit meinem Vater, und jüngeren Bruder genau die gleiche Erfahrungen.

    PS: ich finde eher das captcha hier ein kaum überwindbares Hindernis.

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    1. Susi: PS: ich finde eher das captcha hier ein kaum überwindbares Hindernis.

      Ich auch, habe ich schon häufiger bemängelt :-)

      Susi: aber ich hab mit meinem Vater, und jüngeren Bruder genau die gleiche Erfahrungen.

      Bitte mal scharf nachdenken: Wie würde dieser Werbespot wohl ankommen, wenn eine junge Frau exakt so über ihren Vater spräche?

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  6. Nele, meinerseits volle zustimmung.
    und nein, *das geht mE, garnicht und mensch möge sich aufregen oder, so machs ich : boxycottieren hm womancottieren (geht übrigens auch mit all den firmen, die geld für dieses SOPA/PIPA etc.-zeugs ausgeben (!))

    ausserdem : *pick-up erzeugt bei mir, egal ob hier speziell oder ansonsten generell, heftige negativ-reaktionen weils an diese PU-hackshite erinnert bzw. für mich gezielt/darauf “anspielt”.

    und von wg. “frauen & technik” : “meine mutter hat nen doktor in mathe” (thema ist zB sexismus einfach mal *hacken) – hier, englisch :
    http://geekfeminism.org/2011/02/24/quick-hit-my-mom-has-a-phd-in-math/

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  7. In den Fünfzigern/Sechzigern/Siebzigern/Achtzigern waren Frauen ein Synonym für die Unfähigkeit, Autofahren zu können. Seit ein paar Jahren gilt nun ähnliches für Mütter. In netzaffinen Kreisen sind sie ein Synonym für DAU (dümmster anzunehmender User). NICHT die Unfähigkeit der Väter wird bemüht, sondern die der Mütter. Ich finde es erschreckend, dass gerade die jungen Feministinnen nicht merken, wie das funktioniert. Ganz im Gegensatz zur Werbebranche, die gemerkt haben, Mütter als Computerdeppen hinzustellen, bringt Kohle.

    @Provinzlesbe

    Danke für Deine Erklärung zur „älteren Dame“!!!!

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  8. Der Vergleich mit dem Autofahren trifft es genau! In mehreren Studien ist festgestellt worden, dass die lieben Kleinen bis Großen Internetkompetenz mit dem Vater verbinden. Bei digitallernen wird diese schiefe Wahrnehmung erklärt:

    “Wahrscheinlich werden viele Mütter nur Teilzeit arbeiten, sich um die Kinderbetreuung kümmern – dabei den Kindern ab und zu Fragen zu deren Internet-Konsum stellen – und den Haushalt ohne Internet besorgen. Währenddessen die Väter von der Arbeit zurückkehren, bei welcher sie mit Computern in Kontakt gerieten und die Treibende Kraft hinter der PC- und Internet-Anschaffung eines Haushaltes sind. Diese Überlegungen lassen mich zu folgendem Schluss kommen:
    Männer mit Kindern werden von ihren Sprösslingen durch die Eingebundenheit in die Arbeitswelt und den daraus resultierenden Kontakt mit Computern im Umgang mit dem Internet kompetenter wahrgenommen als deren Frauen. Die Tatsache, dass die Mutter ständig nach den Internet-Abenteuern der Kinder und Jugendlichen fragt wird durch diese als fehlende Internetkompetenz missinterpretiert.”

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