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Maischberger mit Homohasser_innen und ihrem Smarties-Kumpel Jens Spahn

Am Dienstagabend heißt das Thema bei Sandra Maischberger „Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die moralische Umerziehung?“ Unbeeindruckt vom Waldschlösschen Appell verneigt sich die Moderatorin schon im Sendetitel vor bekennenden Homohasser_innen und bietet Birgit KnöpfdieBlusezu Kelle und dem zehnfache Vater Hartmut Steeb, der glücklich darüber ist, dass all seine Kinder heterosexuell sind, eine Bühne.

Für die „andere“ Seite wurde Olivia Jones eingeladen. Außerdem mit dabei: Hera Lind. Wo sie einzuordnen ist und was ihre Anwesenheit in dieser Sendung soll, weiß wahrscheinlich nur die Marketingabteilung ihres Verlag und deren Ansprechpartner_innen bei der ARD.

Nachtrag: 2011 kommentierte die kritische Promi-Stimme aus Deutschland alias Hera Lind in der Süddeutschen, dass Elton John und Ehemann David Furnish Väter eines kleinen Jungen geworden sind: Abgesehen von ihrem Alter und ihrer Gleichgeschlechtlichkeit, setzen sie dieses bestellte Luxusmodel auch noch einer grausamen Öffentlichkeit aus. Hätten sich die beiden nicht ein Hündchen zum Liebhaben zulegen können?

Am Donnerstag wird im Bundestag auf Antrag der Grünen und der Linken über die Verschreibungspflicht der Pille danach diskutiert. Während die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, Levonorgestrel ohne ärztliche Untersuchung zugänglich zu machen und dies auch in den meisten europäischen Ländern längst gängige Praxis ist, wird in Deutschland die Rezeptpflicht mit Klauen und Zähnen verteidigt.

Eigentlich zwei sehr unterschiedliche Termine und Themen – allerdings mit einer Gemeinsamkeit: Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Auch er wird am Dienstag in der Maischbergersendung sein und als Schwuler der „anderen“ Seite zugeordnet.

Am Donnerstag wird er sich im Bundestag für die Beibehaltung der Rezeptpflicht einsetzen. Bei der Pille danach handele es sich schließlich um keine Smarties, sagte er vor einiger Zeit, und deshalb dürfe deren Einnahme nicht einfach den Frauen selbst überlassen werden. In diesen Punkt ist er sich ganz und gar einig mit seinen angeblichen Gegner_innen vom Dienstag: Birgit KnöpfdieBlusezu Kelle und Hartmut Steeb.

Was ist von einem Bundestagsabgeordneten zu halten, der einerseits in einer Sendung die Rechte Homosexueller vertreten soll und andererseits zwei Tage später Frauen das Recht absprechen will, über ihre Körper selbst zu entscheiden?

„Was twitterst du denn dauernd über diese Pille danach?“ bin ich heute von einer Lesbe !!! gefragt geworden. „Verhütungsmittel sind doch wirklich völlig uninteressant für Homosexuelle.“

Weil Lesben nicht vergewaltigt werden und deshalb die Pille danach für sie kein Thema ist?

Liebe Lesben, die Aufhebung der Rezeptpflicht für die Pille danach sollte Euch genauso interessieren wie der Protest gegen den Auftritt von Homohasser_innen bei Maischberger!