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Vor Kurzem feierte die TAZ ihren 40. Geburtstag. Hätte ich nicht zufällig genau in dem Moment eingeschaltet, als im Frühstücksfernsehen darüber berichtet wurde, wäre dieser Jahrestag unbemerkt an mir vorbeigegangen. Wie leider so vieles andere auch, das vielleicht interessant oder wichtig für mich sein könnte, aber allzu oft den Konzentrationsstörungen, dem elenden Überbleibsel meiner Krankheit, zum Opfer fällt.

So lange ist das schon her?“, dachte ich verblüfft und sah mich vor meinem inneren Augen auf einem wackligen Stuhl in der Sonne sitzen. So klar und deutlich, als sei es gestern gewesen. Vor dem Haus unserer Kreuzberger WG, umgeben von Mitbewohner_innen und einigen Menschen aus der Nachbarschaft. Wir rissen uns die wenigen Seiten einer der ersten TAZ Ausgaben gegenseitig aus den Händen, lasen daraus vor und amüsierten uns köstlich.

...weiterlesen "Wie wir mal versuchten, die TAZ zu abonnieren"

Letztes Jahr feierte eine Freundin ihren 65. Geburtstag. Einige Wochen vor dem großen Ereignis verschickte sie eine Rundmail, in der u. a. stand:

»Dies ist ein besonderes Datum für mich, denn nun kann ich endlich alle Vorteile des Alters für mich ungeniert in Anspruch nehmen … ich brauche meine Haare nicht mehr zu färben, sondern kann hemmungslos ‚die Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren‘ einfordern … ich kann anziehen, was ich will, sogar meine Walton-Kleider, das schlimmste, was die Leute sagen können, ist :‚Guck mal, die schrullige Alte!‘ … ich kann die Friedensfahne auf unserem Dach das ganze Jahr über flattern lassen und nicht nur, wenn grade mal im Bundestag eine Abstimmung über die Verlängerung der Bundeswehr-Einsätze in Afghanistan ansteht … und ich brauche mich nicht mehr zu schämen, wenn ich in stay friends oder facebook nach alten Klassenkameraden oder Liebschaften suche, um zu gucken, wie die heute aussehen … ich möchte zu meinem Geburtstag keine E-Mails oder e-Glückwunschkarten haben, sondern stinknormale Geburtstagskarten, damit mein Briefkasten endlich mal richtig voll ist … eine Geburtstagskarte kann man selbst basteln oder im Schreibwarengeschäft kaufen, dann schreibt man was rauf und steckt sie in einen Briefumschlag, klebt eine Briefmarke rauf und steckt sie in einen Briefkasten (gelb !) …«

...weiterlesen "Oma erklärt Opa den Computer"