„Deshalb fordern wir: Schluss mit den halben Sachen! Jetzt geht es ums Ganze. Die Landesregierung will das Kommunalwahlrecht ändern. Bitte schön – aber dann auch im Sinne der Frauen! Unterstützen Sie unsere Forderung, die paritätische Besetzung der KandidatInnenlisten im Kommunalwahlgesetz festzuschreiben“,

hieß es bei der Aktion „Halbe Kraft reicht nicht!“

...weiterlesen "Kommunalwahlen 2014 Baden-Württemberg: Zur Wahl stehen Mann, Männer und noch mehr Testosteron."

In der leicht irren Hoffnung, vielleicht doch noch ausschlaggebende Argumente für eine Wahlentscheidung zu finden, habe ich mich in den letzten Tagen durch die verschiedenen Wahlprogramme gearbeitet.

Sehen, hören und beißen zu können, gehört für mich zu den Menschenrechten. Ich halte es für einen Skandal sondergleichen, dass in einem reichen Land wie unserem Brillen, Hörgeräte und Gebisse zum reinen Privatvergnügen geworden sind. Unvergessen die arrogante Empfehlung der ehemaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Wenn Sie kein Geld für eine Brille haben, nehmen Sie einen Kredit auf!“

...weiterlesen "Warum ich am 22. grün wählen werde"

In einem SpOn Interview beklagt heute der Gelsenkirchener OB, dass in dem Stadtteil Schalke mittlerweile 60 % der Kinder nicht mehr schwimmen können, wenn sie in die Schule kommen. Die Zähne putzen sie sich anscheinend auch nicht und überhaupt … begreife ich nicht, was er uns in diesem Interview eigentlich sagen will.

 

Mit dem Zähneputzen (anderer Menschen) habe ich mich noch nie beschäftigt, mit Kindern, die nicht mehr schwimmen lernen, allerdings schon. Nämlich im Sommer 2010, als der DLRG Alarm schlug, weil die Zahl der ertrunkenen Kinder in Deutschland dramatisch angestiegen war. Viele Eltern können sich die Eintrittspreise für das Schwimmbad nicht mehr leisten oder gar die Teilnahme an einem privaten Schwimmkurs bezahlen. Oft bereitet schon der Kauf eines neuen Badeanzugs Probleme und mancherorts gibt es nicht einmal mehr ein Schwimmbad in erreichbarer Nähe. Denn immer häufiger fehlen Gemeinden die Mittel, um diese zu unterhalten oder notwendige Reparaturen durchzuführen.

Zwar findet erst in knapp einem Jahr die nächste Bundestagswahl statt, doch der Wahlkampf hat schon längst begonnen. Der Kanzlerkandidat der SPD wurde gekürt[1], die Namen des grünen Spitzenduos sind seit dem Wochenende bekannt und auch bei allen anderen Parteien laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Bleibt es bei schwarz-gelb, kommt es zu einer großen Koalition, reicht es für rot-grün oder sollte tatsächlich schwarz-grün ein Thema werden? Weil die Ergebnisse am Ende vielleicht nur eine große Koalition oder schwarz-grün als Optionen übrig lassen?

Natürlich könnte ich mir persönlich noch andere Konstellationen vorstellen, doch realistisch sind die – wenigstens zurzeit – auf Bundesebene nun mal nicht. All diejenigen, die momentan Stein und Bein schwören, zu einer schwarz-grünen Regierung werde es auf gar keinen Fall kommen, erinnern mich an die kleinen Kinder, die im Wald pfeifen. Ich komme aus Baden-Württemberg und lebe außerdem in einem Dorf[2], wo bei der letzten Landtagswahl die CDU 50 % der Stimmen erhalten hat, die Grünen erreichten 25 % und der Rest teilte sich unter allen anderen Parteien ziemlich gleichmäßig auf. In meinem Mikrokosmos ist schwarz-grün schon längst gelebte Realität.

An Details aus dem Sommer 2010 kann ich mich nicht mehr so richtig erinnern, weshalb ausgerechnet zu der Zeit die Forderung nach Neuwahlen auftauchte? Doch eigentlich ist es auch egal, denn was ich damals über das soziale Deutschland geschrieben habe, ist noch so aktuell wie vor zwei Jahren – wie die 60 % Kinder aus dem Gelsenkirchener Stadtteil, die nicht schwimmen können, zeigen. Ja stimmt, mangels besserer Alternativen tendiere ich immer noch ins Grüne und zu rot-grün, trotzdem vergesse ich nicht, was uns die letzte rot-grüne Regierung so alles geboten hat:

Ich scheiß auf Neuwahlen (2010)


[1] Wenigstens im Hinterzimmer, jetzt muss er noch einem Parteitag abgenickt werden.

[2] Die exakten Zahlen bis hinters Komma kann ich gerade nicht finden, denn im Internet sind leider nur die Ergebnisse der Gesamtgmeinde veröffentlicht.

...weiterlesen "Warum Kinder bei allen Koalitionen nicht mehr schwimmen lernen"

Also nee, ich fass es nicht. Da rege ich mich seit mehr als einem Jahr über homophobes Gelabere eines Politikers auf und dann stellt sich heraus, es war ja ganz anders gemeint gewesen! Himmel noch mal, diese umsonst verärgerten Nervenzellen will ich aber ersetzt haben! Ich brauche sie dringend für andere Gelegenheiten.

Gestern hat mich eine liebe Leserin auf einen Artikel bei SpOn hingewiesen. »Mach was draus!«, schrieb sie und neugierig klickte ich den Link an. Ein Kreuzfahrtschiff namens Daphne wird zurzeit in Kreta festgehalten, weil die Reederei bei irgendwem Schulden haben soll. Die Passagiere wurden inzwischen mit einem Sonderflugzeug nach Deutschland zurückgebracht und weitere geplante Fahrten des Schiffs erst einmal abgesagt.

...weiterlesen "Eine Seefahrt mit der SPD, die ist lustig, hol-la-hi, hol-la-h"

»Finden die Ortsverbandssitzungen neuerdings auf der Männer-Toilette statt?« fragt eine Gegnerin der geforderten Quote bei künftigen Kommunalwahlen in Baden-Württemberg und meint, dann müsse aber auch »Jeder dritte Platz an die Transsexuellen« gehen. Eine ganze Reihe von Journalist_innen und Jurist_innen empört sich ebenfalls über diese Initiative. Meist auf ähnlichem Niveau und mit der Argumentation: Wenn die Frauen an der Kommunalpolitik teilhaben wollten, könnten sie ja. Aber diese Baden-Württembergerinnen wollen ja gar nicht, sie sind halt mal unpolitischer und desinteressierter als die Frauen im Rest der Bundesrepublik.

...weiterlesen "Eine Landschaft im Testosteronnebel"

Auf meiner Liste der Menschen, die ich so richtig zum Kotzen finde, hat es Philipp Rösler gestern auf den ersten Platz geschafft. Ich verstehe nur wenig von Wirtschaftspolitik und kann im Grunde genommen auch nicht beurteilen, ob diese geplante Auffanggesellschaft tatsächlich eine gute Idee gewesen wäre. Was ich allerdings einschätzen kann, ist der Zynismus, mit dem sich hier ein Milchbubi hinstellt und mies bezahlten Frauen empfiehlt, anstatt nach dem Staat zu schreien, sollten sie sich schnell selbst um eine Anschlussverwendung zu kümmern.

...weiterlesen "Zur Anschlussverwendung gehört der Stellungsbefehl"

»Schlachtfeld Politik« hieß eine Dokumentation, die vor ein paar Tagen in der ARD gezeigt wurde. Kurt Beck (SPD), Erwin Huber (CSU), Wolfgang Kubicki (FDP), Andrea Fischer (Grüne) und Katina Schubert (Linke) erzählen davon, wie sie von ihren Parteifreund_innen gemobbt wurden und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hatte.

...weiterlesen "Mobbing, Kinderlosigkeit, Ehefrauen"