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KARNELE Beiträge

Verhartzte Lesben

In manchen Dingen scheinen sich die Zeiten nie zu ändern, wie die Liebste vor einigen Wochen feststellte. Auf einer Internetseite über die Honorare und Gehälter fand sie den Hinweis, dass die angegebenen Beträge nicht für Frauen gelten. Diese würden im Gestaltungsbereich bei gleicher Qualifikation und Leistung immer noch zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent weniger als die Männer verdienen.

Den Beweis dafür trat dann flugs auch eine Werbeagentur an und bot ihr einen Stundenlohn, für den sie sich netto gerade noch eine kleine Portion Pommes bei der Imbissbude um die Ecke hätte leisten können. Der siebzehnjährige Schüler, der die Website der Agentur betreut, würde schließlich auch für diesen Lohn arbeiten, hieß es.

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Der Willkür ausgeliefert

„Und nun“, sprach der Liebe Gott in seinem Versuchslabor, „brauche ich noch ein Elixier für eine ganz besondere Art von Mensch.“ Er nahm dem Graf Koks von Gasanstalt ein bisschen von seiner Arroganz, dem Baron von Münchhausen eines seiner Lügengene, dem Marquis de Sade ein klitzekleines Stück Sadismus weg. Vermengte diese Dinge mit den Chromosomen des Faultiers, gab noch ein paar Spritzer Messie-Mentalität dazu und eine Prise Dummdummkraut sollte dafür sorgen, dass diese Wesen nicht intelligenter als Brot sein dürften.

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Falsche Götterboten

die Post, die kennen wir ja alle. Wir geben dort etwas zur Beförderung ab, bezahlen eine Gebühr und hoffen dann, dass das Paket oder der Brief auch ihren Bestimmungsort erreichen. Fromme Menschen schicken angeblich dabei noch ein kleines Gebet hinterher, keine Ahnung, ob das hilft.

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Lesbe unter Nachbarn

„Der Fernseher der Oma ist zu laut!“ teilte mir die Liebste mit, als sie zurück kam. Sie hat es gerade beim Friseur erfahren. Und dort wußte man es, weil sich die Nachbarn beschwert hatten.

Erst starrte ich sie verblüfft an, dann lachten wir beide laut los. Dabei ist „Stimmenhören“ eine traurige Angelegenheit und bedarf normalerweise der Therapie durch einen besonderen Arzt. Die Betroffenen sollten unser Mitleid erfahren und nicht unseren Spott.

Oma, die zwar nicht wusste, dass es um sie ging, lachte mit. Über gute Stimmung in der Bude konnte sie sich immer freuen – genauso wie über die Sportsendungen im TV, die sie wie alles andere auch stets ohne Ton sah. Dem Gelabere der Moderatoren konnte sie schon lange nicht mehr geistig folgen und so begnügte sie sich mit den Bildern und machte sich ihre eigenen Gedanken zum Geschehen auf dem Bildschirm. Als wir nach ihrem Tod das erste Mal versuchten, ihren Fernseher für uns selbst zu nutzen, war das Gerät vollkommen irritiert. Nach fünf Jahren Mucksmäuschenstille brauchte es Stunden für die Erkenntnis, dass ein Fernseher nicht nur Bilder, sondern auch Töne von sich geben kann.

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