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Neulich flatterte mal wieder die Renteninformation ins Haus. Sie wird einmal im Jahr ungebeten zugestellt, wahrscheinlich, weil man Frauen wie mich daran erinnern will, dass unsere bisher erworbenen Rentenansprüche dereinst weder zum Leben noch zum Sterben reichen werden. Manchmal habe ich den Verdacht, beim Versand dieser Post schwingt unterschwellig die Hoffnung mit, vielleicht nehmen sie sich ja einen Strick, bevor sie gaga werden und der Allgemeinheit zur Last fallen.

Viele Jahre lang haben bei mir die Schreiben auch beinah ihr Ziel erreicht. Ein ums andere Mal überkam mich ein fürchterlich schlechtes Gewissen, weil mein bisheriges Berufsleben so chaotisch war und ist und meine Rentenanwartschaftszeiten voller Lücken sind. Das änderte sich erst, nachdem ich die Renteninformation der Liebsten zu Gesicht bekommen hatte. Im Gegensatz zu mir kann sie seit ihrem 18. Lebensjahr einen beinah lückenlosen Verlauf aufweisen. Trotzdem wird ihre Rente voraussichtlich kaum den Betrag der Grundsicherung übersteigen, denn in den ersten zwanzig Jahren verdiente sie gerade genug, um nicht zu verhungern oder zu erfrieren. Aus familiären Gründen örtlich fest (an)gebunden, musste sie ein Gehalt akzeptieren, das nach dem System „Egal, welche Qualifikation, Männer als momentane oder zukünftige Versorger einer Familie brauchen wesentlich mehr Geld als Frauen“ gezahlt wurde.

...weiterlesen "Lieber Pferdelasagne als Hunde- oder Katzenfutter?"

Gestern Abend wurde bei Günther Jauch über Altenpflege in Deutschland gesprochen. »Kostenfaktor Oma – wird Pflege unbezahlbar?« lautete der Titel der Sendung. Kam mir irgendwie bekannt vor, weshalb ich mir entgegen meiner sonstigen Gewohnheit – Jauch darf sonst eigentlich nicht auf unseren Bildschirm – heute früh die Wiederholung angesehen habe.

Die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt berichtete, was sich in den letzten Jahren gesetzlich bei der Pflege geändert habe und in Zukunft noch ändern werde: Von einem Kofferraum voller Formulare sei man inzwischen bei einer LKW Ladung gekommen und wollte zurück auf den Laderaum kleinen Busses oder so ungefähr wenigstens. Ein Herr Spahn von der CDU behauptete unverfroren, selbst wenn Oma sich das Pflegeheim nicht leisten könne, würden Angehörige nur in wenigen Ausnahmefällen finanziell herangezogen und diejenigen, die anderes behaupteten, hätten nur Angst um ihr Erbe. Ein Schweizer erzählte von seinem Altenheimprojekt in Thailand und ein Mann von den Gründen, weshalb seine Mutter in einem Heim in der Slowakei gepflegt wird. Bei einer Moderatorin wurde ständig eingeblendet: »Pflegte fünf Jahre ihre Großmutter«, richtiger wäre wohl gewesen: »Ließ die Großmutter bei sich wohnen und bezahlte die nötigen Pflegekräfte«. Der Leiter eines Altenheims versuchte … Ja, was? Spontan würde ich sagen, nicht auszuflippen, wenn das Gelabere von Schmidt und Spahn sowie Jauchs Fragen allzu realitätsfremd daherkamen.

...weiterlesen "Update: Billige Gefriertruhe für Oma gesucht"

Angeblich werden in Deutschland jedes Jahr ca. 100.000 Männer zwischen 50 und 80 Vater …

Eine Schätzung, denn exakte Angaben sind nicht zu finden. Aus unerfindlichen Gründen tauchen in Statistiken nur „eheliche“ Kinder auf. Heiraten zum Beispiel die Eltern erst ein paar Monate nach der Geburt, scheint das Alter des Vaters keine Rolle mehr zu spielen. Aber auch ohne genaue Zahlen ist nicht zu übersehen, dass die „alten Väter“ voll im Trend liegen und seit einiger Zeit im Internet, in Printmedien und Talkshows ein Dauerbrenner sind. Jeden Monat scheint ein anderer Politiker, Schauspieler oder Sportler über Fünfzig Nachwuchs zu bekommen und spätestens zwei Minuten nach der Geburt via Interview oder Pressemitteilung zu verkünden, wie glücklich er darüber ist.

...weiterlesen "Hansemann und Taube Helga oder weshalb eine Freundin Sigmar Gabriel nicht als Kanzler will"

Ich habe mich lange zurückgehalten, wenn es um Kristina Schröder ging. Leicht ist mir das nicht gefallen, denn bereits vor ihrem Buch gehörten Witze und/oder böse Bemerkungen über zu sie zum Alltag. Selten ist man sich in meinem Umfeld bei einer Politikerin/einem Politiker so einig gewesen. Ob Nachbarn, Freundinnen, Verwandte, sie alle halten die Ministerin für eine katastrophale Fehlbesetzung. Und bestimmt nicht, weil sie keine Feministin sein will.

...weiterlesen "Weg mit dieser verzogenen Göre!"

Es ist Freitagvormittag, die Einkaufsliste länger als eine Rolle Klopapier und meine Laune auf dem Tiefpunkt. Glaube ich wenigstens, bis ich auf den Aldi-Parkplatz einbiege. Dort sinkt sie noch tiefer und erreicht bei dem Anblick der vielen hochglänzenden Mittelklassewagen Minusgrade.

...weiterlesen "Rentneralarm bei Aldi"