Zum Inhalt springen

KARNELE Beiträge

Elektrogroßgeräte für Landeier

Vor ein paar Jahren noch erschien uns Amazon wie ein Geschenk des Himmels für die Landbevölkerung. Endlich konnten auch wir alles Nötige und Unnötige kaufen und bekamen es sogar noch ins Haus geliefert. Vorbei mit der Verschwendung freier Samstage für Zwangsausflüge in die nächste Großstadt. Nun ließen sich selbst Geburtstagswünsche wie eine pink-gelb-türkis karierte Leggins ganz einfach erfüllen.

Es hat ein paar Jahre gedauert, bis uns die Kehrseite der Medaille bewusst geworden war. Mittlerweile geben wir uns Mühe, einen großen Bogen um Amazon zu machen. Doch ausschließlich in kleinen Fachgeschäften vor Ort einzukaufen, klappt natürlich nicht.

Kommentare geschlossen

Grenzerfahrungen

Vor ungefähr neun Jahren habe ich über meine Grenzerfahrungen geschrieben. Anlass muss wohl eine Bemerkung von Erika Steinbach gewesen sein, wirklich erinnern kann ich mich aber nicht. Der Text endete mit den Sätzen:

»Und meinen Enkelkindern wird wahrscheinlich kaum noch begreiflich zu machen sein, wie kompliziert es einst mit Böhmen und der Tschechoslowakei, mit Oberschlesien und Polen, mit dem Elsass und Frankreich und dem russischen Kannibalen einmal gewesen war. Ich hoffe es wenigstens! Und bin ganz optimistisch, dass es auch so sein wird. Vorausgesetzt, Menschen wie Erika Steinbach halten endlich ihre Klappe!«

Heute, neun Jahre später, sind die damals noch fiktiven Enkelkinder geboren. Erika Steinbach taucht nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. Trotzdem habe ich meinen Optimismus verloren. Inzwischen befürchte ich, meine Enkel werden ähnliche Grenzerfahrungen wie ich machen. Oder sogar noch wirklich Schlimme. Das Gift, das die Erikas Steinbachs Europas über viele Jahre verspritzt haben, zeigt Wirkung: Grenzen werden wieder geschlossen. Dabei waren wir doch auf einem so gutem Weg gewesen.

Kommentare geschlossen

Über einen Bäckerwagen und das Sterben des Ländlichen Raums

Seit wir in Hinnedausch wohnen, also seit inzwischen beinah dreizehn Jahren, verliefen unsere Samstage immer ähnlich. Zumindest die Vormittage. Gegen halb neun fuhr der hupende Bäckerwagen in den Hof. Wir kauften verschiedene Brötchen, Brot und Brezeln, und manchmal auch Hefezopf, Kuchen oder Nudeln. Danach frühstückten wir in aller Gemütlichkeit, lange und ausgiebig. Das konnte sich schon mal bis zum Mittag hinziehen.

Gefahren wurde der Bäckerwagen von zwei Frauen, die dann auch die Backwaren verkauften. Sie wechselten sich wochenweise ab und wurden von uns »die Alte« und »die Junge« genannt. Aus vollkommen unerfindlichen Gründen sind wir in all den Jahren nie auf die Idee gekommen, uns einmal nach ihren Namen zu erkundigen.

Kommentare geschlossen

Bibi, Moritz und die Killerlesbe

Sonntagabend, Tatortzeit. Bis vor ein paar Jahren auf jeden Fall, inzwischen nur noch ab und zu. Zum einen ist in den Mediatheken der Tatort auch an anderen Tagen und zu jeder beliebigen Uhrzeit abrufbar. Zum anderen, weil wir mit einigen der aktuellen Ermittler_innen einfach nichts anfangen können.

Den Tatort aus Wien mit dem Duo Bibi Fellner und Moritz Eisner sehen wir aber immer noch gern. Seit Adele Neuhauser die leicht irre Julie in »Vier Frauen und ein Todesfall« spiel(t)e, wollen wir keinen TV Auftritt von ihr verpassen. Und Harald Krassnitzer ist uns auch deshalb sympathisch, weil er sich laut gegen »rechts« positioniert.

Kommentare geschlossen

Auf der Karnele werden Cookies gesetzt, z.B. von Anbietern verschiedener Wordpress Plugins und IONOS, dem Webhoster. Wenn Du hier weiterliest, akzeptierst Du deren Verwendung.