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KARNELE Beiträge

Von der Kaffeeverpackung über die blaue Tonne zum Plastikmüllberg

Es begann mit einer Kaffeeverpackung. Einer bereits leeren Verpackung. Rein zufällig hatte ich einen winzigen Zipfel der äußeren Beschichtung erwischt und versucht, die Verbundverpackung in Einzelteile zu zerlegen. Erst mit den Fingernägeln, dann mit Schere, Glasschaber, Papiermesser und weiteren spitzen Gegenständen. Es gelang mir nur zum Teil. Allerdings glaubte ich, festgestellt zu haben, diese Kaffeeverpackung bestand aus Aluminium, Papier und Plastik.

Die Fachfrau aus der Druckbranche aka die Liebste widersprach mir. Das, was ich für Plastik gehalten hatte, sei mit der So-und-So-Technik auf speziellem So-So-Und-Papier mit der Maschine X von der Firma Y gedruckt worden. Deshalb handelt es sich dabei um Papier, auch wenn es sich wie Plastik anfühlt.

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Wie wir mal versuchten, die TAZ zu abonnieren

Vor Kurzem feierte die TAZ ihren 40. Geburtstag. Hätte ich nicht zufällig genau in dem Moment eingeschaltet, als im Frühstücksfernsehen darüber berichtet wurde, wäre dieser Jahrestag unbemerkt an mir vorbeigegangen. Wie leider so vieles andere auch, das vielleicht interessant oder wichtig für mich sein könnte, aber allzu oft den Konzentrationsstörungen, dem elenden Überbleibsel meiner Krankheit, zum Opfer fällt.

So lange ist das schon her?“, dachte ich verblüfft und sah mich vor meinem inneren Augen auf einem wackligen Stuhl in der Sonne sitzen. So klar und deutlich, als sei es gestern gewesen. Vor dem Haus unserer Kreuzberger WG, umgeben von Mitbewohner_innen und einigen Menschen aus der Nachbarschaft. Wir rissen uns die wenigen Seiten einer der ersten TAZ Ausgaben gegenseitig aus den Händen, lasen daraus vor und amüsierten uns köstlich.

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Torte, Torte, Streuselkuchen. Lesben heiraten dreimal (2)

Kein Streuselkuchen, sondern eine Überraschungstorte. Wunderschön und lecker.

Geplant hatten wir, einfach nur ein Formular zu unterschreiben, um aus der Eingetragenen Lebenspartnerschaft eine Ehe zu machen. Doch der zuständige Standesbeamte wollte sich wohl die Gelegenheit seiner ersten Lesbenhochzeit nicht entgehen lassen und so wurde es wider Erwarten doch noch ziemlich feierlich.

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Torte, Torte, Streuselkuchen. Lesben heiraten dreimal (1)

Im Jahr 1995, also vor 22 Jahren, beschlossen die Liebste und ich zu heiraten. Gesetzlich war das damals nicht möglich, selbst die Eingetragene Lebenspartnerschaft lag noch in weiter Ferne. Ein befreundeter evangelischer Pfarrer kam uns zu Hilfe und schlug eine Segnung vor. Er überließ es uns, wie die Zeremonie gestaltet werden sollte: öffentlich mit großem Tamtam oder eher still im kleinen Kreis. Wir entschieden uns für die zweite Möglichkeit. Einerseits war es natürlich verlockend, ein politisches Zeichen zu setzen, andererseits sollte unser ganz persönliches Jawort nicht zu einer Zirkusveranstaltung ausarten. Außerdem wollten wir dem Pfarrer nicht mehr Schwierigkeiten bereiten, als unbedingt nötig. Viele Menschen wussten davon, es gab ein großes Fest, aber keine_r hat ihn verraten.

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